Hundert Jahre Liederkranz

Der MGV Hemmersdorf blickt auf stolze Vereinsgeschichte zurück – Feier muss ausfallen

HEMMERSDORF Es hätte ein Jahr voller wunderbarer Augenblicke werden können, denn der MGV „Liederkranz“ wollte sein 100-jähriges Vereinsjubiläum mit Glanz und Gloria feiern. Doch der Corona-Virus machte den Sängern und ihrer Chorleiterin einen dicken Strich durch die Rechnung.

Bereits das Gründungjahr 1920 lag in einer schicksalshaften Zeit, denn erst kurz vorher, im Jahr 1918, war der 1. Weltkrieg zu Ende gegangen und der Wunsch, eine Sangesgemeinschaft von Männern ins Leben zu rufen, sollte die Freude an einem friedlichen und glücklichen Zusammenleben in einer hoffnungsvollen Zukunft demonstrieren.

Bis auf den heutigen Tag haben die Sänger unter dem Motto „In Freud‘ und Leid zum Lied bereit“ eine lebendige Vereinsgemeinschaft aufrechterhalten.

Der Männerchor ist aus dem kulturellen Leben von Hemmerdorf und der ganzen Umgebung nicht mehr wegzudenken. Bei Dorffesten, Konzerten, Gottesdienstgestaltungen und offiziellen Anlässen wie beispielweise dem Volkstrauertag wird die musikalische Umrahmung durch die Sänger von den Besuchern mit großer Freude und Anerkennung wahrgenommen.

Ebenso hat die deutsch-französische Sängerpartnerschaft eine lange Tradition und ist fester Bestandteil eines länderübergreifenden Kulturaustauschs.

Auch die Altenheime in der Gemeinde werden regelmäßig besucht und die Bewohner freuen sich über den herzerfrischenden Gesang. Ein Höhepunkt im jährlichen Veranstaltungszyklus ist die Veranstaltung der Großhemmersdorfer Donatuskirmes. Durch den Gesangverein ist dieses traditionsreiche Fest wiederbelebt worden und erfreut sich einer großen Beliebtheit in der Bevölkerung.

Eine erfreuliche Tatsache ist, dass sich die Freundschaft zwischen dem MGV „Germania“ Rehlingen und dem MGV „Liederkranz“ Hemmersdorf in den letzten Jahren in großem Maße gefestigt hat und dies ist bei schwindenden Sängerzahlen besonders wichtig. Da die Dirigentin Elena Kopp beide Chöre leitet und die Liedauswahl für beide Chöre fast identisch gestaltet, haben sich viele positive Möglichkeiten herauskristallisiert, um den Gesang in seiner Ausdruckskraft und der allgemeinen Qualität dem Publikum effektiver zu Gehör zu bringen.

So wurden viele Auftritte der vergangenen Jahre gemeinsam gestaltet und es stellte sich heraus, dass dies ein Gewinn für beide Vereine ist. Ob anlässlich der Konzerte in Rehlingen und Hemmersdorf oder bei Auswärtsauftritten wie in Diefflen, auf der Kirmes in Düppenweiler und beim Freundschaftssingen in Pachten, es zeigte sich, dass die größere Anzahl an Sängern den Gesang sicherer und kompakter erscheinen ließ.

Erfreulich ist auch, dass sich immer wieder einige Sänger beider Chöre beim befreundeten Chor einfinden, um bei den anfallenden Auftritten auszuhelfen. Auch in den Proben ist dies des Öfteren der Fall.

Trotz des Corona-Virus heißt es, die Köpfe nicht hängen zu lassen und untätig zu bleiben. So haben die Dirigentin Elena Kopp, der erste Vorsitzende Dietmar Splettstößer und einige Vorstandsmitglieder den Sängern Probematerialien zur Verfügung gestellt, um im Selbststudium zu trainieren und sich für die Auftritte in der Zukunft fit zu machen.

Auch die Beteiligung an der landesweiten Aktion mit dem Vortrag des „Steigerliedes“ vom Balkon aus ist ein Zeichen für Optimismus und Lebensfreude. Schon jetzt fiebern die Sänger des MGV Liederkranz der Zeit entgegen, wenn die Proben im Pfarrheim St. Konrad endlich wieder starten und das Zusammensein in froher Runde möglich gemacht wird. Dennoch geht die Gesundheit vor und alle Maßnahmen des Staates werden mit größter Sorgfalt umgesetzt. Dies erfordert Geduld und einen langen Atem.

Zu guter Letzt würde sich der MGV „Liederkranz“ und sein Vorsitzender Dietmar Splettstößer über neue Sänger freuen. Meldet Euch einfach bei einem der Sänger oder dem Vorstand. Ihr seid jederzeit willkommen. red./am

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