Hoffnungsschimmer bei den Funklöchern?

Pawlak: Mobilfunkunternehmen plant neue Sendeanlage in Rehlingen-Siersburg

REHLINGEN-SIERSBURG Von konkreten Absichten eines Mobilfunkunternehmens eine Mobilfunksendeanlage auf einer der höchsten Erhebungen in Rehlingen-Siersburg zu errichten, weiß der 1. Beigeordnete Joshua Pawlak. Die angefragte Fläche befinde sich im Gemeindebesitz.

„Neben der Prüfung der aktuellen Anfrage werden wir diesem Unternehmen eine weitere Fläche anbieten, die aus Sicht der Gemeindeverwaltung ebenfalls in Frage kommen könnte“ so der Beigeordnete.

Seit Jahren machen sich Gemeindeverwaltung, Ortsvorsteher und Bürger für ein flächendeckendes Mobilfunknetz in Rehlingen-Siersburg stark. Gerade an der französischen Grenze gibt es erhebliche Probleme.

Durch die Abschaffung der Roaming Gebühren besteht die Möglichkeit in verschiedenen Orten wenigstens im französischen Mobilfunknetz zu telefonieren. Eine schnelle mobile Datenverbindung oder ein deutsches Mobilfunknetz sucht man aber vergebens, schildert der Beigeordneter Pawlak:

Im Ortsteil Gerlfangen hätten die Bürger weder französisches noch deutsches Netz zur Verfügung. Für Privatpersonen oder Gewerbetreibende sei dies ein tägliches und einschneidendes Problem.

Auch in anderen Orten im Saarland sieht es oft nicht besser aus. Daher starteten die Staatskanzlei und der Zweckverband ego-Saar im Sommer 2018 eine Initiative zur Ermittlung von Funklöchern. Über diese Plattform gingen seitdem über 3200 Meldungen ein. Die meisten Meldungen kamen aus der Gemeinde Rehlingen-Siersburg und Freisen, berichtet Pawlak.

Der Kommunalpolitiker sieht den ländlichen Raum und Gemeinden in der Grenzregion der Bundesrepublik seit Jahren beim Ausbau vernachlässigt. Es könne nicht sein, dass in städtischen Bereichen von der Aufrüstung auf 5G gesprochen werde, wenn man auf dem Land nicht einmal einen Anruf entgegen nehmen könne. Hier sei der Bund gefragt: Er müsse entweder wirtschaftlich unrentable Gebiete mit den Milliardeneinnahmen durch die Versteigerung von Mobilfunklizenzen fördern oder die Mobilfunkanbieter im Zuge der Versteigerung zum Ausbau dieser Gebiete verpflichten.

Die Gemeinde könne sich laut Pawlak bei der Suche nach Lösungen für das Projekt „Wir jagen Funklöcher“ der Telekom bewerben. Die Telekom möchte zusammen mit 50 Kommunen Funklöcher ausbauen, die aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten unrentabel sind.

red./am

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