Historie und Geist gewahrt

Das Gelände um die Brauturmgalerie wird neu entwickelt – 10 Mio Euro Investition

ILLINGEN In Illingen geht es schon lange nicht mehr um die Wurst. Bei der Bürgerinformationsveranstaltung über die Freiraumplanung der Ortsmitte stellte der Landschaftsarchitekt Luca Kist eine städtebauliche Veränderung des Ortskerns vor, die riesige Auswirkungen auf Illingen hat und die Ortsmitte besonders aufwerten wird. Das alles hat mit der Wurst nichts mehr zu tun.

Visuell konnten sich die Besucher bereits auf diese große und tolle optische Veränderung einstellen. Kristina Debes vom Büro Dutt & Kist präsentierte die planerische Vorstellung in einer 3-D-Animation. Hausherr Bürgermeister Armin König zeigte sich begeistert von der Planung, ebenso von der Filmpremiere und von der lebhaften Diskussion der Bürger, die im Anschluss an diverse Präsentationen einige Verständnisfragen stellten.

Symbiose von Kirche, Illgrund, Illipse und Galerie

Grundlagen für die Planung bildete die Historie des Ortes, der Geist des Ortes und die soziale Verantwortung. Dem Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Luca Kist und seinem Team ist es gelungen, eine Symbiose von Kirche, Illgrund, Illipse und Brauturmgalerie zu schaffen, was von den Gästen der Veranstaltung mit viel Applaus honoriert wurde, nachdem Hugo Kern die Frage stellte: „Gefällt das den Illingern?“

14 Meter Höhenunterschied

Großes Thema bei der Planung stellte die Erschließung der alten und neuen Flächen auf fußläufiger Art. Eine besondere Herausforderung an die Planer entstand hierbei durch den Höhenunterschied von 14 Metern vom Bahnhof Illingen zum Alten Markt, was aber planerisch durch einen Aufzug und eine Treppe mit großem Grünanteil sehr anschaulich gelöst wurde.

Der 17 Meter hohe Turm könne sogar als Aussichtsturm genutzt werden, weil von dieser Stelle aus ein wunderbarer Panoramablick garantiert sei, fasste Kist zusammen.

Wasser soll das verbindende Element zwischen Jung und Alt sein. „Die geplanten Wasserterrassen sorgen für eine besondere Aufwertung der Freiraumfläche“, so Kist, der weiter betonte, dass der Veranstaltungsort für Märkte und Events besonders geeignet sei, weil für solche Anlässe genügend befestigte Zonen vorhanden wären.

Die städtebauliche Verbindung zwischen dem Werner-Woll-Platz, dem Alten Markt und der neuen Freifläche auf dem ehemaligen Höll-Gelände soll eine Einheit bilden. Hierbei geht es besonders um den Bodenbelag. Kist favorisierte Natursteine, wie sie teilweise schon in Illingen verlegt sind, allerdings mehr als Pixelbelag mit unterschiedlichen Natursteinen zusammengewürfelt.

Gefördert von Bund und Land

Die Anlage selbst werde durch die einzelnen Gestaltungsfelder zu einer generationenübergreifenden Anlage ausgebaut. Großes Thema spiele auch die Beleuchtung. Gedacht hätte man hier an eine Lichtkunst an dem Aufzugsturm. Kist informierte, dass der Zeitdruck groß sei. „Wir müssen bis 2022 fertig sein, um die Fördergelder zu erhalten.“

Gefördert wird das Millionen-Projekt durch Bund und Land (Innenministerium) im Rahmen des städtebaulichen Förderprogramms „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ und durch die Europäische Union im Rahmen der EFRE-Förderperiode. Das Investitionsvolumen für die gesamt Ortsmitte beträgt zwischen 9,5 Millionen und 10 Millionen, hiervon 4,3 Millionen für die Freiraumgestaltung.

Mit der Planung und der EU-Ausschreibung beauftragt ist das Planungsbüro HDK Dutt & Kist. Unterstützt wird das Büro durch den Beauftragten für die städtebauliche Gesamtmaßnahme „Zentralort Illingen 2030“, Büro KernPlan aus Illingen, und das Zentrumsmanagement, Kommunalentwicklung Kempf aus Blieskastel. Verantwortlich für das Gesamtprojekt ist die Gemeinde Illingen. ma

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