Herausforderung für die Jugend

Die Feuerwehrübung der Eppelborner Jugendwehr war in vier Abschnitte unterteilt

EPPELBORN Die Jugendfeuerwehr der Gemeinde hatte am Sonntag bei ihrer Abschlussübung eine harte Nuss zu knacken. 78 Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren lösten die gestellten Aufgaben mit Bravour. Die Alarmierung erfolgte um 14 Uhr; kurz darauf trafen schon die ersten Einsatzfahrzeuge ein.

An vier Abschnitten gab es was zu tun. Angenommen wurde nämlich, dass durch technisches Versagen eines Ventils im Sprühturm der Firma Juchem ein Überdruck im Lagersilo entsteht, der dieses zur Explosion bringt. Durch die starke Beschädigung des Daches kam es aufgrund von Windböen zum Umherfliegen von Trümmerteilen, welche auch benachbarte Gebäudeteile trafen.

Ebenfalls gerät eine Lagerhalle in Brand und die in der Halle arbeitenden Personen werden von dichtem Rauch eingeschlossen. Weitere Verletzte liefen aus dem Sprühturm aufs Gelände und wurden zunächst vermisst.

Ein Landwirt, der an seinem Traktor-Kipper-Gespann auf dem Parkplatz der angrenzenden Firma Arop arbeitete, beobachtete das Unglück. Er wird allerdings durch Unachtsamkeit, ausgelöst durch den Knall der Explosion, von seinem Kipper eingeklemmt und schwer verletzt. Da bei der Anfahrt der ersten Rettungsfahrzeuge eine starke Rauchentwicklung erkennbar war, wurden durch die Einsatzleitung erste Maßnahmen getroffen: für die Gemeinde wurde Großalarm ausgelöst und um die Erstversorgung der Verletzten zu gewährleisten alarmierte die Einsatzleitung die „First Responder“ aus Humes und einen Notarzt.

Eine der schwierigsten Aufgaben war, die Wasserentnahme am offenen Gewässer zu lösen. Die jungen Wehrmänner mussten sich zunächst bis zur Ill vortasten und den steilen Abhang bis zum Wasserbett von Brennnesseln und Bärenklau befreien. Ohne große Hektik wurde diese Aufgabe gelöst und relativ schnell wurden die Schläuche gefüllt, so dass der Löschangriff vorgenommen werden konnte.

Menschenrettung in der Lagerhalle

Um Menschenrettung unter schwierigsten Bedingungen ging es beim Innenangriff in der Lagerhalle. Aufgrund der Rauchentwicklung war hier nur ein Einsatz mit Atemschutzgeräten möglich. Die Sauerstoffversorgung der beiden jungen Wehrhelfer, die mit den Atemschutzgeräten den Rettungseinsatz verübten, wurde von zwei Nachwuchswehrhelfern mit einem Alarmsystem überprüft, damit rechtzeitig ein Signal gegeben werden konnte, wenn die Sauerstoffversorgung nicht mehr ausreichend gewährleistet ist.

Technische Kenntnisse waren gefragt, um die im Traktoranhänger eingeklemmte Person zu bergen. Hier mussten sich die Jugendlichen langsam vortasten und mit Holz den Kipper unterbauen und sorgfältig hoch hieven, um an die schwer verletzte Person ranzukommen.

Markus Leidinger agierte als Übungsleiter und wurde unterstützt von den Jugendlichen Jonathan Scherer, Lara Müller, Svenja Eisenhauer und den Abschnittsleitern Hanna Rau, Max Klaumann, Leon Hoffmann und Maximilian Wark.

Von dem Leistungsstand der Jugendwehr überzeugten sich die Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset, die Ortsvorsteher der Gemeinde, der Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack, der Wehrführer der Gemeinde Andreas Groß und der Gemeindejugendwart Christopher Steil. ma

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