Helfen ist doch kinderleicht

Hortkinder üben sich in Erster Hilfe

SPIESEN Für zwanzig Hortkinder der evangelischen Kindertagesstätte Spiesen hieß es während der Osterferien: „Helfen ist doch kinderleicht!“ Im Rahmen des Ferienprogrammes beschäftigten sich die Mädchen und Jungen im Grundschulalter mit verschiedenen Notfallsituationen und übten passende Sofortmaßnahmen der Ersten Hilfe.

Bereits seit Jahresbeginn beschäftigten sich viele Hortkinder mit den Themen Krankenhaus und Notaufnahme. In alltäglichen Rollenspielen wurde nachempfunden, wie wohl der Arbeitsalltag einer Ärztin oder eines Krankenpflegers so aussieht, welche Maßnahmen bei einem Notfallpatienten nötig sind oder welche Vorbereitungen wohl vor einer Operation getroffen werden müssen.

Nach einigen Dialogen zwischen Kindern und Erzieherinnen des Hortes wurde schnell klar, dass diese Thematik, die von den Kindern sehr spielerisch aufgegriffen wurde, viel mehr beinhaltet, als den reinen Zeitvertreib. Der Wunsch und die Motivation zum Helfen ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft, die auch Kinder bewegt.

Dies gilt es in einer Bildungseinrichtung für Kinder dann auch entsprechend aufzugreifen. Schließlich ist es doch wunderbar beeindruckend, dass sich auch Kinder für einen unserer wichtigsten Werte in der Gesellschaft, die Hilfsbereitschaft, interessieren und engagieren.

Gemeinsam wurde überlegt, wie die Thematik noch vertieft und weiterentwickelt werden kann. So kam es dann dazu, dass ein kleiner Erste-Hilfe-Kurs unter der Leitung von Daniel Vogel, der auch als ehrenamtlicher Ausbilder für Erste Hilfe beim Malteser Hilfsdienst fungiert, zustande kam.

Zunächst beschäftigten sich die Hortkinder mit der Frage, warum helfen überhaupt wichtig ist, welche Hemmschwellen und Motivation es beim Helfen gibt. Anschließend wurde der Begriff Notfall definiert und Beispiele aus der eigenen Lebenswelt gefunden, um die Bedeutsamkeit von schneller angemessener Hilfe nochmals zu unterstreichen. Mit der Erarbeitung der Rettungskette und dem Absetzen eines Notrufes endete dann der erste Tag.

An den beiden folgenden Tagen wurden dann konkrete Notfallsituationen in den Blick genommen. Unter anderem konnten Fragen geklärt werden, wie: Was passiert bei einem Sonnenstich? Warum ist es gefährlich, wenn jemand bewusstlos ist? Wie finde ich heraus ob jemand noch atmet? Was sind bedrohliche Blutungen? Wie funktioniert unser Kreislaufsystem? Was passiert im Körper, wenn wir atmen? Neben der Erarbeitung vieler theoretischer Aspekte wurde natürlich auch fleißig geübt.

So musste beispielsweise Druckverbände angelegt werden, die Seitenlage oder die Herz-Lungen-Wiederbelebung eingeübt werden. Ganz schön viel, was da verlangt wurde. Und dennoch konnte das die Motivation der jungen Nachwuchshelfern nicht schmälern. In Form eines Stationenspiels musste am Ende dann unter Beweis gestellt werden, ob man verschiedene Gefahren- und Notfallsituationen einschätzen und das erlernte Wissen auch anwenden kann. Mit viel Engagement und Konzentration wurde auch die Abschlussprüfung gemeistert und die verdienten Urkunden konnten freudig in Empfang genommen werden.red./eck

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