Haste Worte startet ins Neue Jahr

Johann Hinrich Claussen stellt Das Buch der Flucht. Die Bibel in 40 Stationen. vor

UCHTELFANGEN Am Freitag, 18. Januar stellt Johann Hinrich Claussen, der Kulturbeauftragte der EKD in der Begegnungsstätte Alte Schule Uchtelfangen sein neues Buch vor, „Das Buch der Flucht. Die Bibel in 40 Stationen“. Unterstützt wird er dabei vom Duo Daniel & Janis mit bekannten Melodien aus allen Genres der populären Musik.

Johann Hinrich Claussen war bereits im November 2017 aus Anlass der Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag des Anschlags von Luthers 95 Thesen zu Gast in der Alten Schule. Damals begeisterte er sein Publikum durch seine große Erzählfreude. Zum Lesen kam er erst gar nicht.

Ähnlich unterhaltend wird sicher auch seine „Lesung“ des neuen Buches sein. „Über Grenzen hinausdenken“, sei sein Kerngedanke beim Schreiben des Buchs gewesen, sagte Claussen im Deutschlandfunk Kultur und die Bibel sei „ein Buch von Flüchtlingen für Flüchtlinge“. Sie kenne für Gastfreundschaft aber auch klare Regeln. Er wünsche sich daher „eine neue Balance aus Nüchternheit und Nächstenliebe“.

Claussen versucht, sich „die Bibel als ein Menschheitsbuch vorzustellen, in dem es von Anfang bis Ende um Vertreibung, Flucht, Exil, Migration, Rückkehr, Heimatverlust und Heimatsuche geht.

Die Bibel erzählt von Menschen, die vertrieben und verschleppt werden, fliehen müssen, in der Fremde leben und Heimat suchen – von der Vertreibung aus dem Paradies über den Auszug aus Ägypten und das Babylonische Exil bis zu Jesus und seinen Aposteln, die heimatlos durch die Welt ziehen.

Johann Hinrich Claussen lässt uns in seinen prägnanten Nacherzählungen und Erläuterungen die Bibel als das Buch der Flucht neu entdecken. Eine bewegende Lektüre für alle Sesshaften, Suchenden und Heimatlosen.

Ein roter Faden durchzieht die Bibel, der bisher kaum wahrgenommen wurde: Der Untergang der Heimat, Flucht, Exil und die Sehnsucht nach Rückkehr in ein gelobtes Land prägen Geschichten, prophetische Reden und Lieder.

Johann Hinrich Claussen lässt diese Texte in einer dramaturgisch meisterhaften Auswahl und Anordnung kongenial zu uns sprechen, immer mit dem Blick für das Wesentliche und ohne etwas hinzuzudichten. In knappen Erläuterungen zeigt er, welche realen historischen Erfahrungen von Zerstörung, Flucht und Exil den Texten zugrunde liegen. So erweist sich die Bibel als ein Produkt traumatischer Erfahrungen. Ihre Geschichten, Lieder, Gebote und Theologien wurden Verfolgten und Vertriebenen zur neuen, unverlierbaren Heimat – und sind es für viele Menschen bis heute.

45 Fotografien aus den Jahren 1860–1950, teils einzigartige historische Dokumente von namhaften Fotografen, zeigen auf berührende Weise, wie Menschen überall auf der Welt durch Krieg, Verfolgung und Not heimatlos werden.

Ergänzt wird die Lesung bzw. die Erzählungen von Johann Hinrich Claussen von den beiden Musikern Daniel und Janis.

Daniel spielt Piano, Janis Gitarre. Ihre Musik lässt sich nicht einordnen, einzelne Lieder schon. Gipsy Jazz, Blues, Popmusik, auch mal Latin. Im Programm wechselt das Genre, sobald man sich beim Zuhören fast an eine Richtung gewöhnt hat.red./eck

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