„Haste Worte“ mit Peter Kleiß

Armin König und Marcus Imbsweiler sind zu Gast in der Alten Schule

UCHTELFANGEN Für Freitag, 1. Februar hat Peter Kleiß gleich zwei Autoren in die Alte Schule Uchtelfangen eingeladen. Beide reagieren mit ihren Texten auf reale Ereignisse.

Armin König, der streitbare Bürgermeister Illingens, nahm die scharfen Attacken von Seehofer und Söder gegen die Kanzlerin im letzten Herbst zum Anlass für eine politische Streitschrift „Bayernbeben. Bierzelt-Krawalls in Not. Eine Abrechnung mit Seehofer, Söder und Co.“ heißt sein politischer Essay. Es ist eine für Christdemokraten ungewohnt deutliche Analyse. Seehofer und Söder nennt er „Bierzelt-Krawallos“.

König beschreibt „Machtkämpfe und Attacken der schlagenden CSU-Verbindung Seehofer, Söder, Kreuzer, Dobrindt und Blume, Fehleinschätzungen „einer überheblichen CSU, die jeglichen Bezug zur politischen Realität im Land verloren hatte“ und nennt Horst Seehofer „einen irrational agierenden Chef“, der nicht nur der Union schadete, sondern dem ganzen Land.

König äußert sich enttäuscht, dass „die Schmuddelpartei AfD mit ihren aggressiven Rechtsauslegern jetzt auch im bayerischen Landtag sitzt“ Aber die Massen-Zustimmung für die AfD, die von „Ignoranz und Geschichtsvergessenheit“ zeuge, sei von der CSU mit verursacht worden.

Königs Streitschrift ist ein glühendes Bekenntnis zur Demokratie und zum demokratischen Diskurs. Sie ist brillant und herzerfrischend unausgewogen.

Marcus Imbsweiler nimmt das tragische Unglück vom 28. August 1988 in Ramstein zum Anlass für einen spannenden Krimi. Das Flugtagunglück auf der Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz wird zum Wendepunkt im Leben der Freunde Alwin, Sascha, Andreas und Franziska. Keiner der vier erleidet körperliche Verletzungen und doch wird nichts mehr sein, wie es war. Erst recht, nachdem sich noch am selben Abend eine weitere, folgenschwere Tragödie ereignet.

30 Jahre später, im Sommer 2018, ist es der Suizid einer jungen Frau, der den Polizisten Alwin Bungert vor ein Rätsel stellt. Ein Motiv ist nicht erkennbar, ein Abschiedsbrief, falls er je existierte, verbrannt. Doch das Wiedersehen mit seinen Jugendfreunden beim Jubiläumstreffen des Abiturjahrgangs ’88 reißt alte Wunden auf und legt ein Geheimnis offen. Alwin ahnt, dass an jenem Tag vor drei Jahrzehnten weit mehr zerbrochen wurde als befürchtet.red./eck

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