„Gurs 1940“

Überregionale Ausstellung über die Deportation von 6500 Juden im Stadtarchiv Homburg zu sehen

Homburg. Am 22. Oktober 1940 wurden 6500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das französische Internierungslager Gurs am Rand der Pyrenäen deportiert. Aus dem Saarland wurden an diesem Tag 134 Menschen verschleppt. Die Ausstellung „Gurs 1940“ dokumentiert dieses Ereignis und seine Hintergründe aus überregionaler Perspektive. Sie eröffnete am Tag des israelischen Nationalfeiertages und Gedenktages für die Opfer der Shoa „Jom haScho’a“, auf Landesebene und steht darüber hinaus im Internet unter www.gurs1940.de zur Verfügung.

134 Menschen aus dem Saarland wurden verschleppt

Erstellt wurde die Ausstellung von der Berliner Bildungs- und Gedenkstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“ im Auftrag der Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie der „Arbeitsgemeinschaft badischer Städte und des Bezirksverbands Pfalz zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs“. Das Ausstellungsprojekt wird vom Auswärtigen Amt unterstützt und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Die Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes hat im Auftrag von Ministerin Streichert-Clivot von der Ausstellung sechs Ausführungen im Fomat DIN A1 anfertigen lassen. Diese werden jeweils den fünf saarländischen Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken für den dauerhaften flexiblen Gebrauch kostenlos überlassen.

Im Saarpfalz-Kreis ist sie erstmals im Stadtarchiv Homburg, Kaiserstraße 41, bis 16. Juli zu sehen. „Ich danke der Stadt Homburg, dass sie sozusagen die Vernissage übernimmt und freue mich, wenn später auch alle Kommunen des Saarpfalz-Kreises diese besondere Ausstellung für ihre Bürger präsentieren. Es ist unsere Pflicht, das Andenken an die Menschen zu wahren, die unter den Gräueltaten des NS-Regimes leiden mussten und ihr Leben verloren“, betont Landrat Dr. Theophil Gallo. Homburgs Bürgermeister Michael Forster führt aus: „Die Geschichte des Lagers Gurs wird immer auch mit dem Saarland verbunden sein. Ursprünglich war die Eröffnung der Ausstellung ‚Gurs 1940‘ bereits im vergangenen Herbst, anlässlich des 80. Jahrestages der Deportationen, geplant. Es ist wichtig, dass alle Bürger, vor allem auch die Schulklassen Zugang zu solchen Informationen erhalten, damit diese dunkle Seite unserer Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät. Das sind wir den Opfern schuldig.“

Im Stadtarchiv Homburg können die 29 Tafeln zu folgenden Öffnungszeiten besichtigt werden: ohne Voranmeldung mittwochs von 14 bis 18 Uhr und donnerstags von 9 bis 13 Uhr; nach Voranmeldung über Tel. (0 68 41) 99 46 25, E-Mail stadtarchiv@homburg.de von Montag bis Donnerstag von Montag bis Donnerstag von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 14 Uhr. red./jj

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