Grün gehört in eine Stadt

Interessengemeinschaft will den Neunkircher Stadtpark und Rosengarten erhalten

NEUNKIRCHEN Die IG Stadtpark Neunkirchen setzt sich weiterhin gemeinsam mit dem NABU für den Erhalt und den Schutz des Neunkircher Stadtparks und des Rosengartens ein.

Es regnete in Strömen. Eigentlich war für eine größere Veranstaltung zum Thema „Naturschutz im Stadtpark und Rosengarten“ mit Infoständen und einer Führung geplant, die nun aber wegen des Wetters verschoben wurde. Trotzdem kamen die Interessengemeinschaft Stadtpark Neunkirchen, der NABU Neunkirchen, und ein paar Vertreter der Bürgerinitiative im Park zusammen, um Gedanken und Informationen auszutauschen und zu vermitteln.

„Ich möchte Sie zu einer Art virtuellen Stadtbesuch einladen“, beginnt Franjo Schmitt vom NABU. Man stelle sich vor, in zwei oder drei Jahren wollte jemand Ortsfremdes Neunkirchen besuchen, und suchte im Stadtplan nach „grün eingezeichneten Orten“. Vielleicht stößt er zuerst auf den Hüttenpark, begibt sich dorthin – und findet an der Stelle einen großen Parkplatz und ein neues Warenhaus. Als Nächstes versucht er sein Glück vielleicht an der Bliespromenade, aber auch hier wird er auf „eine Betonwüste“ stoßen. Dann findet er vielleicht den Stadtpark. Eventuell sei er auch hier „ein bisschen enttäuscht“, wenn er bemerkt, dass die Artenvielfalt nicht so groß ist und er leider auch oft vermüllt wird, aber immerhin gibt es dieses grüne Fleckchen.

Doch der jetzt noch dazugehörende Rosengarten könnte in zwei oder drei Jahren dem Bau einer neuen Kita gewichen sein. Dieser wurde im Stadtrat bereits beschlossen, aber, so wurde der IG mitgeteilt, die Bürger sollen in die weitere Planung miteinbezogen werden.

Deshalb möchte die Interessengemeinschaft nun weiterhin darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, gerade in einer so dicht besiedelten Stadt, die jetzt schon mehr Parkplätze als Parks bietet, eine grüne Oase und ein Stück Natur zu erhalten. Die Kita sei von vielen Leuten hier zu Fuß zu erreichen, was für den Standort spricht, aber wenn die meisten dennoch Auto fahren, sei es vielleicht auch kein großes Problem, wenn sie etwas weiter weg wäre, war ein Argument, das jemandem auf der Veranstaltung einfiel.

„Was in einer Stadt unbedingt sein muss heutzutage, das ist genügend Grün“, meint Schmitt, denn immer mehr Menschen und auch Tiere leben in den Städten. Deshalb unterstützt der NABU Neunkirchen die Interessengemeinschaft für den Stadtpark.

Die IG gründete sich 2018 aus der umliegenden Nachbarschaft des Parks und des Rosengartens. Ihr Ziel ist es, dass der gesamte Stadtpark erhalten und außerdem besser gepflegt wird. Es gäbe viele, „die keinen Balkon haben, keinen Garten“, für die ein grünes Erholungsgebiet wichtig wäre, meint Tatjana Linn, und „im Vordergrund steht ja auch der Naturschutz, die ganzen Vögel, die hier brüten.“ Außerdem sei der Neunkircher Stadtpark historisch: Baubeginn war bereits 1932/33. sg

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