Grenzüberschreitende Konferenz

Stahlindustrie: Fairness beim globalen Handel und beim globalen Klimaschutz gefordert

DILLINGEN Rund 130 Mitarbeiter, Führungskräfte und Betriebsräte von Dillinger, Saarstahl und Arcelor Mittal trafen sich zu einer grenzüberschreitenden Stahlkonferenz in Dillingen. Eingeladen zu diesem Meinungsaustausch hatten die Europäische Kommission und die saarländische Landesregierung. Es entwickelte sich eine sehr intensive Diskussion mit dem Ersten Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, und Ministerpräsident Tobias Hans, insbesondere zum CO2-Emissionshandel und zu den aktuellen Strafzoll-Androhungen aus den USA. „Die saarländische Stahlindustrie stellt Qualitäts-Stahl her und handelt weltweit mit diesem. Wir halten uns bei den Exporten an die internationalen Regeln, da gibt es keine gedumpten Produkte“, verdeutlichte Fred Metzken, Finanzvorstand und Sprecher des Vorstands von Dillinger und Saarstahl. „Und genauso wie auch wir nur dann Maßnahmen der EU beanspruchen, wenn Billigstahl in unser Land bzw. in die EU importiert werden soll, genauso fordern wir von den USA, diese Grundvoraussetzung für globalen, freien Handel zu respektieren.“

Besonders Sorge bereite der saarländischen Stahlindustrie die absehbaren massiven Umleitungseffekte auf den europäischen Markt im Zuge der neuen 232-Maßnahmen. „Ich erwarte von der EU und von der WTO, dass sie vor diesem Hintergrund Druck auf unseren langjährigen Partner USA ausüben.“

Ähnlich verhält es sich mit dem CO2-Emmissionshandel. Die zusätzlichen Kosten, die europäische Stahlhersteller – und nur die europäischen Stahlhersteller – ab 2021 zu tragen haben, könnten nicht an Kunden weitergeben werden, die müssten die Unternehmen selbst schultern. „Dadurch fehlt uns natürlich an anderer Stelle das Geld, vor allem für Investitionen. Auch hier appelliere ich dringend an die EU, uns nicht gegenüber dem internationalen Wettbewerb zu benachteiligen.“

Fairness beim globalen hande

„Fairness beim globalen Handel und Fairness beim globalen Klimaschutz, das sollte die Botschaft sein, die Herr Vizepräsident Timmermans für uns Unternehmen nach Brüssel mitnimmt“, forderte Metzken abschließend. red./mk

Eigenen Artikel verfassen Schreiben Sie Ihren eigenen Artikel und veröffentlichen Sie ihn auf wochenspiegelonline.de