Gottesdienste per Live-Stream oder Telefon

Das Versammlungsverbot lässt alternative Konzepte entstehen

SAARBRÜCKEN Obwohl im Bistum Trier wegen der Corona-Pandemie derzeit keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden, müssen Gläubige nicht darauf verzichten. Kreativität ist gefragt – und die entwickeln ganz viele Gemeinden oder Pastoralteams. Dabei haben sie auch die Menschen im Blick, die nicht regelmäßig online sind.

Der Gottesdienst aus dem Trierer Dom wird beispielsweise jeden Sonntag live im Internet und in den Kabelnetzen im Raum Trier übertragen. Auch andere Gemeinden im Bistum bieten mittlerweile einen Livestream ihrer Gottesdienste an.

Jugendkirche eli.ja auf deren YouTube-Kanal

Wer einen qualitativ hochwertigeren Stream erstellen möchte, kann es wie die Kirche der Jugend eli-ja in Saarbrücken handhaben. Die Sonntags- und Mittwochsgottesdienste werden im Stream auf deren YouTube-Kanal übertragen. Niclas Michely, Organist in eli.ja, nutzt für den Stream aus der Jugendkirche die rückseitige Webcam seines Laptops. Für den Ton hat er ein externes Mikrofon angeschlossen. Um Bild und Ton zusammen zu bringen, nutzt er einen sogenannten Livestream-Encoder als Software: „Es empfiehlt sich die Open-Source-Software OBS Studio.“

Gottesdienstteilnahme per Telefonkonferenz

Einen ganz anderen Weg der medialen Teilnahme an einem Gottesdienst geht die Jugendkirche auf der Marienburg. Pfarrer Jan Lehmann hat einen Telefongottesdienst ins Leben gerufen. Dazu wurde bei einer Telefongesellschaft ein sogenannter „Konferenzraum“ gemietet. „Für diesen Konferenzraum bekommt man eine Telefonnummer und einen Pin-Code zugewiesen, mit dem sich dann die Teilnehmer einwählen können“, erklärt Simone Zenz. Sie macht gerade ein FSJ auf der Marienburg.

Aber nicht nur Gottesdienste werden jetzt vermehrt übertragen, auch viele andere Formen von Gebet und Spiritualität lassen sich auf diesen Wegen leben. Hier lohnt sich der Blick auf die Homepages von Dekanaten und Pfarreiengemeinschaften oder in die Lokalzeitungen, die über entsprechende Angebote berichten. Und es besteht auch kein „Zwang zum Streamen“: Sowohl von Seiten des Bistums, der Pfarreien, aber ebenso vom Vatikan gibt es schon viele regelmäßige und qualitativ hochwertige Angebote, mit denen sich die Gläubigen verbinden können.

Rechtliche Absicherung für Organisatoren wichtig

Wer selbst einen Gottesdienst als Livestream oder per Telefonkonferenz anbieten möchte, sollte sich auch rechtlich absichern: Ein Internet-Stream kann unter Umständen als Rundfunk eingestuft werden und braucht dann normalerweise eine Erlaubnis durch die zuständige Landesmedienanstalt. Aktuell haben die Landesmedienanstalten für solche Streams aber ein deutlich vereinfachtes Anzeigeverfahren beschlossen; diese Regelung gilt zunächst bis 19. April.

Ob der Stream einer Gemeinde unter diese Kategorie fällt, kann man anhand einer Check-Liste überprüfen. Die Liste und weitere Infos dazu gibt es auf der Homepage des Bistums Trier: t1p.de

gottesdienststream-corona. Dort finden sich auch Informationen über die Verwendung von Musik während der Gottesdienste und Angebote, sowie die allgemeinen Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz zur Übertragung von Gottesdiensten.red./tt

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