„Gigabitpakt Schulen Saar“ ist auf dem Weg

Die Schulen im Saarland erhalten einen geförderten Glasfaseranschluss

MERZIG In den kommenden beiden Jahren werden 316 saarländische Schulstandorte durch das landesweite Projekt „Gigabitpakt Schulen Saar“ mit gigabitschnellen Glasfaseranschlüssen bis ins Schulgebäude versorgt. Netzbetreiber „Inexio“ wurde jetzt vom Zweckverband „eGo-Saar“ mit dem Bau des Netzes beauftragt. Die Maßnahme wird mit 26 Millionen Euro von Bund, Land und Kommunen gefördert.

Mit Glasfaseranschlüssen bis ins Schulgebäude

„Dass die Breitband-Versorgung unserer Schulen nicht zukunftsfähig ist, war lange bekannt. Durch seine flächendeckend gute Versorgung hat das Saarland ein Jahr länger als andere Bundesländer auf eine geeignete bundesseitige Förderperspektive warten müssen. Umso wichtiger war es mir, dass auf das passende Programm aus Berlin sofort ein großer Wurf folgt. Deshalb treiben wir den Ausbau der Schulen konsequent in einem zentralen Projekt voran. Als Netzbetreiber aus der Region bringt ,Inexio‘ beste Voraussetzungen mit, das Projekt zu einem Erfolg zu führen“, so Ministerpräsident Tobias Hans.

Das Saarland verfügt schon heute über eine fast flächendeckende Grundversorgung mit schnellen Internetanschlüssen. Mit einer 50-Mbit/s- Verfügbarkeit von 97,6 Prozent belegt es nach einer Auswertung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den Spitzenplatz unter den Flächenbundesländern. Die gute Versorgung geht auf die 2019 abgeschlossene Maßnahme „NGA-Netzausbau Saar“ von Staatskanzlei und „eGo-Saar“ zurück und stellt ein erstes Etappenziel auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft dar.

Wie wichtig der Zwischenschritt einer schnellen Grundversorgung der Fläche war, hat zuletzt die Corona-Pandemie gezeigt. Mit 50 Mbit/s kann man heute problemlos im Homeoffice arbeiten, während gleichzeitig im Kinderzimmer virtuell gelernt und im Wohnzimmer ein Film gestreamt wird. Doch die Pandemie hat auch noch einmal verdeutlicht, was bereits zuvor bekannt war: In Schulen reicht diese Bandbreite für die umfassende Umsetzung digitaler Unterrichtskonzepte nicht aus.

Im November 2018 hatte das BMVI ein Förderprogramm für Kommunen aufgelegt, um den Gigabitausbau an bereits grundversorgten Schulen zu beschleunigen.

Auf dieser Basis hat die Landesregierung den Schulträgern mit dem „Gigabitpakt Schulen Saar“ Ende 2018 angeboten, die Schulen im Saarland mit zusätzlichen Fördermitteln der Staatskanzlei an das Glasfasernetz anzuschließen und den Zweckverband „eGo-Saar“ gebeten, mit Unterstützung der Staatskanzlei eine zentrale Ausbaumaßnahme umzusetzen.

Projekt mit Unterzeichnung des Ausbauvertrags

Nach Beteiligung der Schulträger und Kommunen, Beantragung und Bewilligung notwendiger Fördermittel und Ausschreibung des Versorgungsauftrages startet das Projekt mit der Unterzeichnung des Ausbauvertrags in die Umsetzungsphase.

Das Saarlouiser Telekommunikationsunternehmen „Inexio“ hat im Ausschreibungsverfahren das wirtschaftlichste Angebot abgegeben und sich damit im Wettbewerb durchgesetzt.

Mit einer Förderung von rund 26 Millionen Euro wird das Unternehmen nun 342 Kilometer Glasfaserkabel verlegen, um die am Gigabitpakt teilnehmenden 316 Schulstandorte, die insgesamt 327 Schulen beherbergen, mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen.

Das das BMVI rund 14,3 Millionen Euro

Als Hauptförder-Behörde trägt das BMVI rund 14,3 Millionen Euro. Die Staatskanzlei steuert weitere 10,5 Millionen Euro Landesmittel bei, die im Wesentlichen über das kürzlich bereitgestellte Sondervermögen Pandemie finanziert werden. Die übrigen 1,2 Millionen Euro verbleiben als kommunaler Eigenbeitrag. Für die Schulen ist die Herstellung der Glasfaseranschlüsse kostenfrei.

„Die frühe Planung und die gute Zusammenarbeit mit Bund, Land und Schulträgern ermöglichen nun dieses nachhaltige Zukunftsprojekt“, so die Verbandsvorsitzende und Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern, Daniela Schlegel-Friedrich.

„Nach unserer Beteiligung am Landesprojekt ,NGA-Netzausbau Saar‘ hat uns der ,eGo-Saar‘ bereits zum zweiten Mal mit der Umsetzung einer wichtigen Infrastrukturmaßnahme beauftragt. Im Zuge der Umsetzung wird unser Netz in viele Stadt- und Ortsteile wachsen, in denen wir bisher noch nicht präsent waren“, so Geschäftsführer David Zimmer.red./ti

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