Gewinnbringend für beide Seiten

Bewährte Maßnahmen des BIWAQ-Projektes unter anderen Bedingungen fortfüh

VÖLKLINGEN Seit Sommer 2015 ist in der nördlichen Innenstadt Völklingen viel geschehen. Im Rahmen des BIWAQ-Projektes „Besser leben und arbeiten im Quartier’“ konnten zahlreiche Maßnahmen zur Integration in Arbeit und zur Stärkung der lokalen Ökonomie finanziert und durchgeführt werden. Jetzt endet die Projektförderung und es ist Zeit, Resümee mit Blick auf die erprobten Ansätze zu ziehen.

„Mit dem BIWAQ-Projekt konnten wir einen weiteren Beitrag zur Hilfe zur Selbsthilfe der Menschen im Quartier leisten“, sagte Anne Fennel, Geschäftsführerin der Diakonie Saar bei der Abschlussveranstaltung im Café Valz. Sie hoffe, dass sich gemeinsam mit der Stadt bewährte Maßnahmen auch unter nun anderen finanziellen Bedingungen weiterführen lassen. Die Stadt Völklingen als Zuschussempfängerin setzte das Programm, das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bundesbauministeriums die Chancen von Bewohnerinnen und Bewohnern in benachteiligten Stadtteilen verbessern will, in Kooperation mit der Diakonie Saar um.

Oberbürgermeisterin Christiane Blatt nannte die Kooperation zwischen Stadt Völklingen und der Diakonie Saar gewinnbringend für beide Seiten: „Über vier Jahre wurden gemeinsam Grundlagen geschaffen, die weit über diesen Zeitraum hinausreichen und sicherlich maßgeblich die Weiterentwicklung der Nördlichen Innenstadt beeinflussen werden.“ In den letzten dreieinhalb Jahren wurden über 20 Einzelangebote für Arbeitslose, Bewohner des Stadtteils sowie Unternehmen im Quartier entwickelt und umgesetzt. Über 400 Arbeitsgelegenheiten mit Langzeitarbeitslosen konnten vereinbart werden, monatlich nahmen durchschnittlich 150 bis 200 Bewohner des Quartiers die Angebote im Café Valz wahr und den etwa 60 Unternehmen im Quartier konnten Unterstützungs- und Vernetzungsangebote gemacht werden.

Als ein zentrales Angebot haben die Projektmitarbeitenden das Café Valz in der Gatterstraße wiederbelebt. Neben regelmäßigen Öffnungszeiten gab es im Café Valz feste Angebote wie z. B. das Seniorencafé, das RepairCafé oder den offenen Spieletreff. Darüber hinaus wurden wechselnde Bildungs-, Informations- und Kreativveranstaltungen angeboten. Nicht weit vom Café Valz entfernt wurde im ehemaligen Pfarrgarten der Versöhnungskirche ein interkultureller Nachbarschaftsgarten eingerichtet. Im sogenannten Nordbeet werden mittlerweile 14 Parzellen von Bewohnern des Quartiers unterschiedlichster Herkunft bewirtschaftet. Der Quartiershausmeister begeht zusammen mit drei Maßnahmeteilnehmern regelmäßig das Quartier und beseitigt den sorglos weggeworfenen Abfall. „Das Müllaufkommen ist durch diese Initiative leider nicht geringer geworden“, erklärt Projektkoordinator Dieter Schumann. Durch die regelmäßige Reinigung habe sich jedoch das Erscheinungsbild des Quartiers nach Meinung vieler Bewohner merklich verbessert.

Als eine erste Maßnahme zur Unterstützung der Unternehmen im Quartier erstellte das Projekt einen Branchenführer für die Nördliche Innenstadt, mit einer Übersicht von 25 gewerblichen Angeboten im Quartier. Da sich viele Ansätze des BIWAQ Projektes als sinnvoll erwiesen haben, sind sich die Stadt Völklingen und die Diakonie Saar darüber einig, dass bewährte Angebote weitergeführt werden sollen. Dazu müssen neue Geldquellen erschlossen werden, um die auslaufende BIWAQ Förderung zu ersetzen. Erste positive Zeichen für eine Weiterführung der Angebote gibt es bereits: Das Jobcenter Völklingen hat signalisiert, dass im kommenden Jahr Beschäftigungsmaßnahmen in gleichem Umfang wie 2018 zur Verfügung gestellt werden können und die Stadt Völklingen prüft ebenfalls weiterhin Fördermittel zur Absicherung der Angebote bereit stellen zu können. eb

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