Geschichten und Anekdoten

Kostenlose Führung mit Hans-Werner Krick durch den „Stadtteil“ Alte Schmelz

ST. INGBERT „Was sie schon immer über die ‚Alte Schmelz` wissen wollten – Die ehemalige Werksiedlung beim St. Ingberter Eisenwerk“ ist eine Veranstaltung am Sonntag, 19, Mai. um 10.30 Uhr tituliert.

Die Siedlung auf der Alten Schmelz hat eine bewegte Vergangenheit und vielleicht auch noch eine interessante Zukunft. Auf jeden Fall bietet sie genügend interessante Motive für außergewöhnliche Fotos und spannende Geschichten, Anekdoten und historische Fakten.

Begonnen hat alles im frühen 18. Jahrhundert, noch zu Zeiten der Reichsgrafen von der Leyen, auf deren Initiative die Gründung des Eisenwerks zurückgeht. Um gutes Eisen schmelzen zu können, brauchte man gute Arbeitsleute. Die aber waren damals rar und mussten mit attraktiven Angeboten gelockt und an das Werk „gebunden“ werden. Eine gute Wohnung samt Garten und Weiderecht fürs Kleinvieh, das war schon ein Trumpf, mit dem man punkten und einen Stich machen konnte. Als das Werk dann unter privater Regie aufblühte, wurde auch die Siedlung deutlich vergrößert. Vor rund hundert Jahren entstanden die letzten Gebäude. Danach wurde es allmählich still und der „Stadtteil“ Alte Schmelz entzog sich zunehmend der Wahrnehmung der Stadtbevölkerung. Doch der Dornröschenschlaf endete mit einem „Paukenschlag in den 1990er Jahren. Das Ensemble war inzwischen ziemlich heruntergekommen, galt als Sanierungsfall und Problemzone, die man in aller Stille abreißen wollte. Doch da hatte man die Rechnung ohne den Denkmalschutz und vor allem ohne die Siedlungsbewohner gemacht. Die „Schmelzer“ waren von dieser Idee überhaupt nicht begeistert und wehrten sich heftig. Glücklicherweise begann man damals auch im Saarland den Wert der Industriekultur zu entdecken und zu schätzen und einem engagierten und breit aufgestellten Aktionsbündnis gelang es, die Siedlung vor dem Bagger zu bewahren und zu neuem Leben zu erwecken.

Was damals alles geschehen ist, zu welchem Schmuckstück die ehemaligen „Bruchbuden“ wurden, das erfahren die Besucher bei einem Morgenspaziergang durch die inzwischen komplett sanierte Siedlung am 10. Juni. Hans-Werner Krick, der die Teilnehmer begleiten wird, zählt zu den besten Kennern der Siedlung Alte Schmelz. Er ist Mitglied der Geschichtswerkstatt im VFG, Gründungsmitglied der Wohnungsbaugenossenschaft Abrecht Herold – Alte Schmelz e.G., hat viele Jahre in der Siedlung gewohnt und kennt sich daher auch im „Innenleben des Biotops Alte Schmelz“ bestens aus. Die Teilnehmer dürfen sich auf spannende und interessante 90 Minuten und ein unvergessliches Sonntagmorgen-Erlebnis. Treffpunkt ist das Ehemalige Konsum, Alte Schmelz 64, in St. Ingbert. Die Veranstaltung ist wie immer kostenlos doch keineswegs umsonst. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Weitere Infos bei Hans-Werner Krick, M.A., Tel. (0 68 94) 38 47 47 oder (01 60) 91 55 91 74

Mail: schreib-werk@t-online.de. red./jb

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