Gedenkkonzerte in Paris

Blinde Organistin Alexandra Klein spielt zu Ehren des verstorbenen Theo Brandmüller

ST. WENDEL/PARIS Für zwei Gedenkkonzerte für saarländischen, verstorbenen Komponisten Theo Brandmüller (1948-2012) am INJA Blindeninstitut Paris wurden die beiden blinden Organisten Alexandra Klein aus St. Wendel und ihr Kollege Dominique Levacque in den Salle de Concert André Marchal eingeladen. Die Konzerte finden am Donnerstag und Freitag, 29. November und 30. November statt.

Bei den Chroniques Musicales am Donnerstag werden sie von 13 bis 13.45 Uhr spielen, freitags beginnt das Konzert um 20 Uhr.

Alexandra Klein ist 46 Jahre alt und lebt in St. Wendel. Im Alter von 17 Jahren ist sie erblindet.

Aufgewachsen in einer musikalischen Familie, begann ihre musikalische Ausbildung im 4. Lebensjahr; sie trag mit Blockflöte und Klavier auf, besuchte Orchesterproben und Konzerten, ihr frühes Interesse für Neue Musik und Komponisten und erste eigene Kompositionen wie eine „Beethoven-Sonatine“ prägten ihre Kindheit und Jugendzeit.

Ihr Handicap hielt sie nicht auf, verstärkte vielmehr ihren Ehrgeiz. Sie war Schülerin an der Bayerischen Blindenschule, Stipendiatin der Stiftung zur Förderung körperbehinderter Hochbegabter. Das Studium der Musikerziehung schloss sie mit dem Diplom ab.

Nach ihrer Ausbildung als Kirchenmusikerin war sie in St. Wendel als Organistin tätig. Den Orgelmeisterkurs absolvierte sie bei Marie-Louise Langlais in Paris. Hier kam sie auch zum INJA und zu Dominique Levacque, der dort Orgel- und Harmonielehrer ist.

Als erste Einzelperson erhielt sie den „Integrationspreis des Saarlandes 2007“ für ihre selbständige Unterrichtstätigkeit und das Engagement in der Arbeit mit sehenden, sehgeschädigten und mehrfach behinderten Menschen.

Zu Theo Brandmüller unterhielt Alexandra Klein intensive Kontakte: er hat insbesondere ihre Begabung erkannt und gefördert.

In Paris spielen Klein und Levacque an einer besondere Orgel. Es handelt sich um eine Orgel Cavaillé-Coll-Gonzalez (1961), 68/III/P, was dem Programm mit Werken von Bach, Mozart, Brandmüller, Langlais, Litaize voll gerecht wird.

Die Double Fantaisie von Langlais wird in diesen beiden Konzerten erstmals durch Dominique Levacque/Alexandra Klein von zwei blinden Organisten gespielt und interpretiert. Dominique Levacque, ist ein gefragter Interpret der Louis-Vierne Orgelsymphonien, Organisator der Choniques Musicales und Vorsitzender der UGAMPA.

Im Jahreskonzert der UGAMPA am 30. November ist Theo Brandmüller als zweiter Teil sehr passend eingebettet nachfolgend des ersten Teils Musik von Claude Debussy.

red./eck

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