Galileo-Schule Bexbach im Corona-Modus

Homeschooling – ein Erfahrungsbericht

BEXBACH Am Dienstag nach Ostern, 14. April, beginnen im Saarland die Osterferien. Diesem Termin sehen Schüler traditionell eigentlich mit Freude entgegen. In diesem Jahr ist es allerdings anders, seit Wochen ist man bereits im Corona-Modus. Man sitzt zu Hause, der gewohnte Tagesablauf, der regelmäßige Kontakt mit Freunden, Mitschülern und Lehrkräften ist behördlich untersagt. Seit Mitte März sind alle Schulen bundesweit geschlossen. Keine Schule – kein Unterricht? Keinesfalls. Natürlich sei man von der Dynamik der Ereignisse auch zunächst förmlich überrollt worden, berichtet die Schulleiterin der Galileo-Schule Bexbach, Gaby Schwartz. An jenem Freitag, es war tatsächlich auch noch der dreizehnte, überschlugen sich die Ereignisse. Eilig habe man es noch geschafft, einen Brief an alle Eltern und Erziehungsberechtigten zu verteilen, in dem man den Eltern die Situation erklärte. Diese wurden gebeten, möglichst eine Mail an die jeweiligen Klassenlehrkräfte zu verschicken. Wichtig sei es gewesen, so Schwartz, „sicherzustellen, dass wir möglichst viele Elternhäuser nicht nur telefonisch, sondern auch per Mail kontaktieren können.“ So besteht bis zum heutigen Tag ein reger Austausch zwischen den einzelnen Fachlehrern, Schülern und Eltern. Man sei sich bewusst, dass die aktuelle Situation ein hohes Maß an Verantwortung und Kreativität von allen Beteiligten fordere, zumal die Situation in den Familien mitunter schwierig sei. Nicht jedes Elternhaus habe einen funktionierenden Internetanschluss, auch die Anzahl der zur Verfügung stehenden Online-Arbeitsplätze sei oft begrenzt, gerade wenn auch die Eltern im Home-Office arbeiteten.

„Wir nehmen wahr, dass der Kontakt zu Elternhäusern, d Schülern bis dato hervorragend gelingt, dass alle gut miteinander vernetzt sind. Die Kommunikation mit Eltern und Schülern per Mail, per Post, per Telefon oder auf sonstigem Weg und vor allem über eine Online-Plattform funktioniert sehr gut“, stellt die Schulleiterin fest.

Trotz der Ausnahmesituation durch die Corona-Pandemie gäbe es auch einen positiven Nebeneffekt: Das Kollegium habe sich sehr gut auf die neue Situation eingestellt. „Es ist schön, in persönlichen Gesprächen zu erfahren, wie sehr sich unsere Lehrkräfte weiterhin auch gegenseitig unterstützen. Die Organisation des häuslichen Lernens setzt auch kreative Kräfte frei und treibt die Digitalisierung und das Lernen mit neuen Medien voran. Ein Arbeitsschwerpunkt des Schulleitungsteams und der Lehrkräfte ist die Organisation des Lernens mit Unterstützung von Lernplattformen und die Einrichtung von Materialbörsen, was gut funktioniert“, so Gaby Schwartz. Ohne den persönlichen Kontakt mit den Lehrern und schulisches Lernen in der Schule mit Anleitung, Beratung, Hilfestellung und Rückmeldung stellt das Arbeiten zu Hause die Kinder und Jugendlichen vor besondere Herausforderungen. Deshalb ordnete die Ministerin für Bildung und Kultur an, dass aufgrund der aktuellen schulischen Ausnahmesituation und der unterschiedlichen nicht vergleichbaren häuslichen Rahmenbedingungen die häuslich erbrachte Leistungen nicht benotet werden dürfen: Daher geben die Lehrkräfte aktuell den Schülern lediglich eine wertschätzende und ermutigende Rückmeldung über die bisherigen Arbeitsergebnisse. Welche Lernerfolge das aktuelle „Homeschooling“ bringt und wie lange diese Situation so fortgeführt werden muss, ist noch offen. Offiziell enden die saarländischen Osterferien nach dem Sonntag, dem 26. April. In welcher Form der Unterricht danach wieder aufgenommen werden kann, wird derzeit geprüft. Vorläufig ist die Schule bis Ende der Osterferien geschlossen. Besonders prekär ist die Situation in den Abschlussklassen. In Kürze stehen die Abiturprüfungen sowie der schriftliche Teil der Prüfungen des mittleren Bildungsabschlusses sowie des Hauptschulabschlusses an. Besonders hier sind Spannung und Nervosität bei den Schülern deutlich spürbar. „Mich erreichen täglich neue Informationen, die wir sehr zeitnah an alle Mitarbeiter und Elternhäuser weitergeben. Die Schulleiterin verweist auf das Motto der Schule „Gemeinsam gelingt es!“, gerade in der aktuellen Krisensituation seien der Zusammenhalt und die intensive Vernetzung besonders wichtig. Die Unterstützung des Ministeriums und des Schulträgers helfen dabei. red./jj

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