Vor dem Showdown gegen Südkorea - wo läuft's und wo hakt es?

Belgien und England ballern um die Wette, Polen verabschiedet sich vorzeitig aus dem Turnier - auch die Gruppen G und H hatten es am Wochenende in sich. Naturgemäß auf größeres Interesse indes stieß das Geschehen in der "deutschen" Gruppe E.

Als Toni Kroos mit seinem Freistoß-Zauberwerk in der 95. Minute das erlösende 2:1 gegen Schweden gelang, brachen alle Dämme. So verdient der Sieg letztendlich war, so wenig darf jedoch bei aller Euphorie vergessen werden, wo es noch hakt in Jogis Truppe.

Während Manuel Neuer die Verletzungspause nicht anzumerken ist und die Außenverteidiger Jonas Hector (wesentlich präsenter als der unsichtbare Marvin Plattenhardt) und Joshua Kimmich (im Gegensatz zum verhunzten Auftakt gegen Mexiko diesmal auch in der Rückwärtbewegung) für defensive Qualität standen, bleibt die Innenverteidigung verwundbar. Hummels-Ersatz Antonio Rüdiger wirkte hüftsteif und leistete sich einen krassen Abspielfehler. Jerome Boateng konnte von Glück sagen, erst nach 82 Minuten des Feldes verwiesen worden zu sein und nicht schon nach 12, als er gegen Berg eine nicht geahndete Notbremse zog. Bleibt zu hoffen, dass Hummels bis zum Südkorea-Spiel wieder fit ist. Alternative zu Rüdiger wäre Bayerns Süle.
Im defensiven Mittelfeld fügte sich Rudy als Ersatz für den indisponierten Khedira überraschend gut ein. Mit seiner verletzungsbedingten Auswechslung kam es zum Bruch im deutschen Spiel. Ilkay Gündogan sollte sich mit seinem hilflosen und fehlerhaften Auftritt wieder aus dem Team gespielt haben.
Toni Kroos bewegte sich wieder einmal zwischen den Extremen. Erste schwache Halbzeit als Meister des Querpasses, gekrönt von einem katastophalen Abspielfehler, der zum 0:1 führte. Zudem erneut ohne energisches Nachsetzen und im permanenten Dauerlauf. In der zweiten Halbzeit dann der Spiritus Rector im deutschen Spiel, als Ballverteiler an nahezu jedem Angriff beteiligt und als cooler und technisch brillanter Siegtorschütze.
Julian Draxler, der leichtfertig den Führungstreffer vergab, und Thomas Müller, der erneut nur durch  andauernde Diskussionen, Gespräche und Albereien mit Schiedsrichter und Gegenspieler auffiel, täten  eine Pause gut. Marco Reus hingegen hat mit Dynamik, Ideen und Torgefahr seine Startnominierung eindrucksvoll rechtfertigen können. 
Genauso wie Timo Werner, der ein ums andere Mal seine Stärken ausspielen konnte - Schnelligkeit, Zielstrebigkeit, Einsatzfreude. Als Alternative im Sturm hat sich Mario Gomez bewährt, der enorme körperliche Präsenz ausstrahlte. Längere Einsatzzeiten hat sich auch Julian Brandt verdient, der erneut direkt brannte und eine Riesenchance hatte.
Am Mittwoch gegen 18 Uhr wissen wir mehr.

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