Fusion unter Dach und Fach

VVB und Volksbank Untere Saar gehen als „neue VVB“ Mitte Juni an den Start

SAARLOUIS Die VVB mit Sitz in Saarlouis und die Volksbank Untere Saar mit Sitz in Losheim am See haben Anfang die Fusion beider Banken beschlossen. Die fusionierte Bank wird Mitte Juni 2019 entstehen und mit einem Bilanzvolumen von 2,5 Mrd. Euro sowie rd. 560 Mitarbeitern zu den großen Volksbanken in Deutschland zählen. Damit wird sich die Anzahl der eigenständigen ­Genossenschaftsbanken an der Saar auf fünf Institute reduzieren.

Mathias Beers, Vorstandsvorsitzender der VVB und Edgar Soester, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der VVB, haben gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Untere Saar eG, Bernd Mayer, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz zunächst die Jahresergebnisse 2018 vorgestellt und anschließend Informationen zur neuen Bank gegeben.

Bilanz der VVB

Die VVB hat im Geschäftsjahr 2018 ihren Erfolgskurs der letzten Jahre ungehindert fortsetzen können. Dies ist umso bemerkenswerter, da die Fusion zwischen der VVB und der Volksbank Westliche Saar plus eG im zurückliegenden Jahr eine sehr komplexe Herausforderung darstellte. Mathias Beers betont daher, dass die Bank trotz der fusionsbedingten Belastungen ein hervorragendes Ergebnis erwirtschaftet haben.

Die VVB erreichte zum 31.12.2018 eine Bilanzsumme von 1,93 Mrd. Euro, die sich gegenüber dem Vorjahr um 22 Mio. Euro erhöht hat. Das Volumen der Kundenkredite wuchs auf 1,47 Mrd. Euro und hat mit 76 Prozent der Bilanzsumme einen deutlich überdurchschnittlichen Anteil. Die Kundeneinlagen legten um 43 Mio. Euro auf 1,61 Mrd. Euro zu. Sie belaufen sich auf rd. 83 Prozent der Bilanzsumme.

Im Berichtsjahr konnte das Eigenkapital deutlich gestärkt werden. Das versteuerte Eigenkapital belief sich zum Jahresende 2018 auf 186 Mio. Euro

Die Ertragsentwicklung der VVB konnte mit der positiven Geschäftsentwicklung Schritt halten. Der Zinsüberschuss lag mit 41 Mio. Euro um 1,3 Mio. Euro besser als geplant. Auch der Provisionsüberschuss konnte mit 18,5 Mio. Euro auf einem Spitzenniveau gehalten werden.

Das ordentliche Betriebsergebnis beläuft sich auf 20,9 Mio. € oder 1,07 % der Bilanzsumme. Damit gehört die VVB zu den erfolgreichsten Banken im Verbandsgebiet. Korrespondierend hierzu erreichte die VVB auch im Jahre 2018 die höchste Ratingeinstufung ihres Dachverbandes.

Bilanz der Volksbank Untere Saar eG

Bernd Mayer, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Untere Saar eG, berichtete über die geschäftliche Entwicklung der Volksbank im Jahre 2018. Die Bilanzsumme beläuft sich zum Stichtag auf 584 Mio. Euro und konnte deutlich um 43 Mio. Euro erhöht werden. Während die bilanziellen Kundenforderungen leicht gesteigert werden konnten, wuchsen die Kundeneinlagen kräftig um 37 Mio. Euro oder 9,1 Prozent auf 443 Mio. Euro.

Das betreute Kundenvolumen beläuft sich auf 1,24 Mrd. Euro und konnte in den vergangenen fünf Jahren um 200 Mio. Euro gesteigert werden.

Die Ertragslage der Volksbank Untere Saar eG war erneut auf gutem Niveau. Der Zins-überschuss von 11,3 Mio. Euro und der Provisionsüberschuss von 5,7 Mio. Euro dokumentieren, dass die Volksbank Untere Saar auf ein erfreuliches Betriebsergebnis zurückblicken kann. Nach Abzug des Verwaltungsaufwandes von 11,8 Mio. Euro verbleibt ein operatives Ergebnis von 4,8 Mio. Euro oder 0,85 Prozent der Bilanzsumme.

Die „neue VVB“

In den Vertreterversammlungen in Losheim und Saarlouis stimmten die Gremien dem Zusammenschluss der beiden Banken mit überwältigender Mehrheit zu. Mitte Juni 2019 wird die neue Bank durch Eintragung in das Genossen-schaftsregister juristisch entstehen. Am 22. Juni findet dann die technische Zusammenführung der beiden Banken statt.

Edgar Soester, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der VVB, berichtet über die „neue VVB“, die als „Vereinigte Volksbank eG Saarlouis – Losheim am See – Sulzbach/Saar“ in das Genossenschaftsregister eingetragen wird. Am Markt wird die Bank weiterhin als „meine VVB“ auftreten.

Als Hauptgründe für die Fusion nennt Soester die überbordenden Regulatorik, die zunehmende Digitalisierung, die Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase und den Wettbewerb unter den ­Banken.

560 Mitarbeiter werden die 165.000 Kunden der neuen VVB betreuen, von denen 71.000 zugleich auch Mitglied und Eigentümer der Bank sind.

Im Saarland unterhält die VVB dann 41 personenbesetzte Filialen und 28 SB-Stellen und ist damit von der „Oberen Saar“ bis zur „Unteren Saar“ mit einem dichten Filialnetz vertreten.

Bemerkenswert ist, dass das gesamte betreute Kundenvolumen der neuen VVB bei 5,5 Mrd. Euro liegt und damit mehr als doppelt so hoch ist wie die Bilanzsumme.

Der Vorstand setzt sich zunächst zusammen aus Mathias Beers (Vorstandsvorsitzender), Edgar Soester (stv. Vorstandsvorsitzender), Andreas Heinz, Bernd Mayer und Manfred Ziegler. Mitte 2020 werden Mathias Beers und Manfred Ziegler aus dem Gremium ausscheiden. Den Vorstandsvorsitz übernimmt dann Edgar Soester. red./jb

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