Für würdevollen Lebensausklang

Mareille Sander aus dem Vorstand des AHPB Südwestpfalz verabschiedet

ZWEIBRÜCKEN Vor 19 Jahren hat die ehemals stellvertretende Leiterin des Wichernhauses, Mareille Sander, den Ambulanten Palliativ-Beratungsdienst AHPB Südwestpfalz mit begründet und die Gründung eines zugehörigen Fördervereins mit initiiert. Jetzt wurde die 65-jährige Zweibrückerin im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Fördervereins für die Ambulante Hospiz- und Palliativberatung Südwestpfalz im Wichernhaus feierlich aus dem Vorstand verabschiedet.

Sie wurde zum Ehrenmitglied ernannt, als Dritte im Bunde mit Lutz Stemberg und Marianne Becker. In einer sichtlich bewegten Laudatio würdigte ihre Nachfolgerin, Anita Stuppy, eine über alle Maßen engagierte und überzeugte Kämpferin für einen würdevollen Lebensausklang. „Dennoch“, sei das Lieblingswort von Mareille Sander gewesen, gepaart mit positiven Visionen, wenn sich die Herausforderungen türmten und Dinge anders liefen als gewünscht.

Die 65-jährige Zweibrückerin zieht sich aus familiären Gründen aus der Vorstandsarbeit zurück. Doch „einmal Hospiz – immer Hospiz“ liege ihr die Arbeit nach wie vor am Herzen. Dies bestätigte Elke Stemberg, die ihre Vorstandstätigkeit ebenfalls aufgegeben hatte, da sie mit ihrem Mann nach Kaiserslautern gezogen war. „Es hat mir immer viel Freude bereitet. Am Ende habe ich mindestens ebenso viel bei der Sterbebegleitung erhalten, wie ich gegeben habe“ resümierte Mareille Sander.

An ihrer Stelle verstärken jetzt der Zweibrücker Richter am Amtsgericht, Kurt Diehl, und die Sozialpädagogin an der Pestalozzi-Grundschule, Annette Jerrentrup-Joy, das Vorstandsteam. Sie wurden ebenso einstimmig gewählt wie der verbleibende Vorstand unter Leitung von Karl Heiner in seinen Ämtern bestätigt. Dieser freute sich in seinem Überblick besonders, dass im vergangenen Jahr drei neue Mitglieder gewonnen werden konnten, so dass dem Verein jetzt 214 Personen angehören. Sie unterstützen die Arbeit der AHBP Südwestpfalz, der einen Radius von Zweibrücken über den Landkreis und Pirmasens bis ins Dahnertal betreut, sowohl finanziell als auch ideell.

Die Leiterin der AHPB Südwestpfalz, Anita Stuppy, berichtete von 230 Menschen, die 2018 von den insgesamt sechs hauptamtlichen und 53 nebenamtlichen Hospizmitarbeitern auf ihrer letzten Wegstrecke begleitet wurden, 20 mehr als im Jahr davor. Den insgesamt 182 Sterbefällen wird in einer Erinnerungsfeier für die Angehörigen gedacht. Über den Grund- und darauf folgenden Aufbaukurs zur Sterbebegleitung für Ehrenamtliche, an dem 16 Personen teilnahmen, wurden neun neue Mitwirkende gewonnen.

Der Höhepunkt im vergangenen Jahr sei die „Begegnung auf Augenhöhe“ mit dem Bundespräsidenten und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin, Marlou Dreyer, im Herbst in Rumbach gewesen. „Wir haben dort sehr viel Wertschätzung erfahren“, berichtete Anita Stuppy. Zu den vielfältigen Aktivitäten der AHPB zählten unter anderem das traditionelle Tagesseminar mit Max Feigenwinter und sein Vortrag. Zudem engagierte sich der Verein unter anderem zweimal bei der Taizé-Nacht der Lichter. Die öffentliche Bücherstube in den Räumen des AHPB in Zweibrücken ist von Betreiber Lothar Klein in den Besitz des Fördervereins übergegangen. Das Angebot an einer umfangreichen Auswahl von Trauer- und Geburtstagskarten sowie Literatur zum Thema Leben und Sterben wird nun ehrenamtlich in der Verantwortung von Irene Scheike weiter geführt.

Vorstand des Fördervereins des AHPB:

Vorsitzender Karl Heiner, zweiter Vorsitzender Jörg Hofmann, Kassenwartin Uta Demmerle, Anita Stuppy, Thomas Knüttel, Thomas Oberinger sowie, neu gewählt, die Zweibrücker Sozialpädagogin Annette Jerrentrup-Joy und der Richter am Amtsgericht Zweibrücken, Kurt Biehl. Gesetzte Mitglieder der Diakonissen Speyer: Raphael Baumann, Bianca Pfeuffer, Ditmar Kauderer. Weiterhin als Kassenprüfer bestätigt sind Irene Scheikel und Gunter Kürbele. cvw

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