Für Ensheimer Reisenden

Visum aus dem Jahre 1826 im Zollmuseum

HABKIRCHEN Am Sonntag, 18. März, öffnet das Zollmuseum Habkirchen wieder von 14 Uhr bis 17 Uhr seine Pforten für Besucher. Gerade in der heutigen Zeit ist das Wort Visum in aller Munde. Aber was ist ein Visum überhaupt?

Ein Visum ist die Bestätigung eines fremden Landes für den Passinhaber, dass es ihm erlaubt ist, in dieses Land einzureisen, durch dieses Land zu reisen und sich darin aufzuhalten. Visen in verschiedenen Formen werden schon seit weit über 150 Jahren ausgestellt.

Ein Visum aus dem Jahre 1826 wurde dem Zollmuseum Habkirchen zur Verfügung gestellt. Es ist ein Visum, das auf Befehl Seiner Kaiserlichen Majestät Nicolai des Ersten für einen aus Ensheim stammenden Reisenden ausgestellt wurde. Er durfte seine Frau mitbringen und das Visum hatte eine Gültigkeit von drei Monaten. Dieses fast 200 Jahre alte Visum kann im Zollmuseum Habkirchen in deutscher und in russischer Sprache bestaunt werden.

Auch sonst hat das Zollmuseum einiges zu bieten. Es werden Gegenstände aus dem Berufsalltag der Zollbeamten gezeigt. Historische Schriften und Bilder aus drei Jahrhunderten lassen hier die bewegte Zollgeschichte wieder lebendig werden. Unter den vielen interessanten Exponaten befindet sich auch ein original bayerisches Grenzschild (um 1820).

Sehr interessant ist auch eine Kopie des Passes von Karl Marx, der das „Königlich bayerische Nebenzollamt 1. Klasse Habkirchen“ am 7. April 1848 passierte. Anhand des Einreisestempels kann dies nachgewiesen werden.

Selbstverständlich kann man in dem Zollmuseum auch die Arbeit der Zöllner nach 1993 kennen lernen. Produktfälschungen, Bekämpfung der Drogenkriminalität und des Benzinschmuggels gehören heute genauso zum Aufgabengebiet des Zolls wie die Bekämpfung der Schwarzarbeit und die Überprüfung nach dem Mindestlohngesetz.

Außerdem kontrollieren die Zollbeamten, ob verbotene Güter wie Waffen oder Sprengstoffe illegal nach Deutschland gebracht werden. Sie bekämpfen den Schmuggel von Zigaretten und Bargeld und verhindern, dass kriminelle Banden in Deutschland Fuß fassen. Außerdem gehen sie gegen den Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten vor.

Seit 2014 wird auch die Kfz-Steuer von der Zollverwaltung festgesetzt und erhoben.

Das Zollmuseum Habkirchen ist an jedem 3. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Gerne können auch Führungen außerhalb der Öffnungszeiten mit dem Leiter des Zollmuseums, Franz-Josef Fries, vereinbart werden, Tel. (06804) 6871 oder (0171) 8763579.red./dos

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