Für ein respektvolles Miteinander

Bürgermeister Gundacker verspricht sich weiter für soziale Gerechtigkeit einzusetzen

ZWEIBRÜCKEN-LAND Ein Hauch von Abschied wehte beim Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land durch die Turnhalle der Grundschule in Hornbach. Hunderte von Gästen waren gekommen, um die letzte dieser Ansprachen von Bürgermeister Jürgen Gundacker zu hören, der Ende Mai aus seinem Amt ausscheidet.

Dieser zog nach der Begrüßung von Stadtbürgermeister Reiner Hohn eine überaus positive Bilanz seiner Amtszeit. Als Beispiel führte er die Gewerbesteuer an, die bei seinem Antritt 2012 noch 537000 Euro betragen habe, die von 328 Betrieben bezahlt wurde. Heute seien es mit 1,2 Millionen aus 444 Betrieben mehr als doppelt so hohe Einnahmen.

Die Verbandsgemeinde gebe diese Einnahmen auch ein Stück weit an ihre Ortsgemeinden weiter. 2012 mussten die Ortsgemeinden 38,5 Prozent an Verbandsgemeindeumlage zahlen. Diese Umlage bedeute: Von jedem Euro, den eine Ortsgemeinde im Haushalt hat, fließen 38,5 Cent an die Verbandsgemeinde zur Führung der Verwaltungsgeschäfte. „Wir konnten diese Umlage senken, so dass jetzt nur noch 32 Prozent Umlage notwendig sind“, erinnerte der Bürgermeister an die Entwicklung.

Es gebe aber nicht nur Schönes zu berichten. „In diesem Amt ist man als Person des öffentlichen Lebens manchen Anfeindungen der Öffentlichkeit ausgesetzt. Als Mandatsträger ist man oft auch Angriffsfläche für Machtinteressen anderer, was natürlich Enttäuschungen und Wunden hinterlässt. Es macht selbst vor meiner Familie keinen Halt und das will ich nicht verschweigen“, erinnerte sich Gundacker nicht nur an den zurückliegenden Bürgermeisterwahlkampf.

Aufgeben und resignieren sei aber nicht seine Sache. Er kämpfe auch weiterhin für soziale Gerechtigkeit mit einem demokratischen Gemeinwesen, wenn auch zukünftig nicht mehr als Verbandsbürgermeister. Soziale Gerechtigkeit stelle für ihn einen essentiellen und gesellschaftlichen Wert dar, wo Neid und Missgunst keinen Platz finden: „Daher stehe ich auch weiterhin für ein respektvolles, gerechtes Miteinander, ohne Hass- und Hetzparolen ein.“ Es sei nur eine Wahl gewesen. Mit den Worten von Rosa Luxemburg rief er den Zuhörern zu: „So ist das Leben und so muss man es nehmen, tapfer, unverzagt und lächelnd – trotz alledem!“

Gerade in der heutigen Zeit, in der Social Medien und Stimmungsmache eine immer größere Bedeutung erhielten und dann sogar von Printmedien aufgegriffen würden, in der nur noch Schlagzeilen und Sensationsmeldungen zählten, aber niemand bereit sei, selbst Verantwortung zu übernehmen, sondern lieber kritisiere und nur seine eigenen Interessen in den Vordergrund stelle, sei es wichtiger denn je, sich respektvoll, direkt und persönlich auszutauschen und sich offen und ehrlich zu begegnen. Für diese Feststellung erhielt Gundacker spontanen anhaltenden Beifall.

Geschätzt habe er in den zurückliegenden Jahren die vielen Begegnungen auf unzähligen Veranstaltungen. Die Verbandsgemeinde sei aktiv, es werde was geboten und die Menschen würden gerne hier leben. Zum Schluss bedankte er sich bei seinem Büroleiter Karl-Heinz Brügel, den Abteilungsleitern, den Mitarbeitern der Verwaltung und seiner Sekretärin Sigrid Hellbrück für die Unterstützung in den zurückliegenden Jahren. Besonderer Dank zollte Gundacker seiner Frau Silke für das Verständnis, dass die Familie in den letzten acht Jahren habe zurückstecken müsse.

Musikalisch umrahmt wurde der Empfang durch die Schwarzen Husaren aus Kleinsteinhausen. nob

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