Für die Bedürfnisse moderner Landwirtschaft

In Seyweiler wurde das Flurbereinigungsverfahren abgeschlossen

SEYWEILER Nach knapp 15 Jahren wurde jetzt das beschleunigte Flurbereinigungsverfahren in Seyweiler, Gersheims mit knapp 170 Einwohnern zweitkleinstem Ortsteil, beendet. Es kostete rund 930000 Euro und stellte wohl das bisher größte Projekt in der 713-jährigen Geschichte des Parr-Dorfes dar.

Der Wunsch war einfach, so der Geschäftsführer der Teilnehmergemeinschaft, Karl Rabung, rückblickend. Kleinteiliger Grundbesitz wird zu größeren Einheiten zusammengelegt. Dadurch kann die Fläche besser und wirtschaftlicher genutzt werden. 2006 wurde durch das Landesamt für Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung (LVGL) das Verfahren eingeleitet, 2009 der Flurbereinigungsplan vorgelegt. Daran schloss sich durch die Teilnehmergemeinschaft unter Vorsitz von Johannes Ewerling die Bodenneuordnung an.

Doch das Verfahren gestaltete sich oft kompliziert und benötigte seine Zeit. Am Ende wurde es auch durch das Entgegenkommen einzelner Grundstückseigentümer zügig umgesetzt, zumal auch unterschiedlichste Interessen unter einen Hut gebracht werden konnten. Während der Abschlussveranstaltung im Seyweiler Feuerwehr-Gemeinschaftshaus erläuterte Verfahrensleiter Heinz Köprich vom LVGL, dass mit dem Verfahren die wirtschaftliche Nutzung verbessert, den Bedürfnissen einer modernen Landwirtschaft Rechnung getragen und damit der durch die Jahrhunderte entstandene Landzersplitterung entgegengewirkt worden sei.

„Die Flurbereinigung in Seyweiler ist ein schönes Beispiel dafür, dass solche Verfahren dann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, sehr effizient über die Bühne gehen können“, lobte der damalige Staatssekretär im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Roland Krämer, als er 2013 einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 230000 Euro überreichte. Auch die Gemeinde Gersheim steuerte ihr Scherflein mit ihrer finanziellen Beteiligung von rund 53000 Euro, worin Bauhofsarbeiten, beziffert mit 20000 Euro, enthalten sind. Die Kommune half dadurch mit, dass das Verfahren größtenteils konstruktiv abgewickelt werden konnte.

Ewerling fügte hinzu, dass das Verfahrensgebiet die gesamte Seyweiler Gemarkung ohne seine bebaute Fläche, insgesamt 336 Hektar umspannte. 140 Grundstückseigentümer seien beteiligt worden. Von den Gesamtkosten habe das Land als Anteilsfinanzierer 758000 Euro aus Mitteln der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) bewilligt, so Toni Meyer, stellvertretender Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft und langjähriger Vorsitzender der Jagdgenossenschaft, die sich mit 113000 Euro eingebracht hatte. Weitere Geldgeber waren der Saarpfalz-Kreis, der 15000 Euro für die Inwertstellung einige Kilometer Jakbobswegtraße sowie die Firma Saar Ferngas, die 10000 Euro beisteuerte.

Mehr als 200 Obstbäume und Feldgehölze wurden gepflanzt. Sie stellten die Ausgleichsmaßnahmen für die instand gesetzten 19 Feldwegpassagen mit einer Länge von 8 Kilometern dar. Die Wege verfügten größtenteils über einen Asphaltbelag, wurden aber auch teilweise mit Spur- und Betonplatten oder auch Schotterbelag ausgebessert. Innerhalb der Bliestalgemeinde Gersheim wurden insgesamt sechs Verfahren (Gersheim, Medelsheim, Peppenkum, Seyweiler, Utweiler und Walsheim) durchgeführt und vollzogen. red./ott

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