Fruchtgummi in Saarland-Motiven

Die Schülerfirma „Saarschnäges“ vom KBBZ Neunkirchen verschenkte ‚Gummibärchen‘

KOHLHOF Da standen sie mitten im Raum: drei große verschlossene Kisten, gefüllt bis oben hin mit Fruchtgummis! Um sie herum hatte sich eine Gruppe von jungen Patienten des Sozialpädiatrischen Zentrums mit ihrer Musiktherapeutin versammelt. Sie wussten bereits, dass der köstliche Kisten-Inhalt für sie gedacht war und so waren Ungeduld und Erwartung groß, als endlich die Menschen eintraten, denen sie dieses fruchtig-süße Glück zu verdanken hatten.

14 Schüler des Kaufmännischen Berufsbildungszentrums Neunkirchen hatten sich gemeinsam mit ihrem Lehrer Hans-Werner Backes auf den Weg gemacht, um ihre Fruchtgummis im Wert von ca. 350 Euro und in den Geschmacksrichtungen Cola, Kirsche und Himbeere an die kleinen Patienten zu verschenken.

Wie es dazu kam und wieso es ein Schuljahr lang „Saarschnäges“ gab, erzählten sie der Krankenhausoberin Beate Leonhard-Kaul und der stellvertretenden Pflegedirektorien Nicole Busch bei der Begrüßung in der Klinik: Das Unternehmen „Saarschnäges“ wurde zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 von insgesamt 19 Schülern der 12. Klasse des beruflichen Oberstufengymnasiums am KBBZ Neunkirchen gegründet – ausgehend von einer bundesweiten Initiative des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Heimatgefühl zum Ausdruck bringen

Im Rahmen eines Seminarfachs entwickelten sie, unter der Begleitung ihres Fachlehrers und Schulpaten Hans-Werner Backes, die Geschäftsidee. „Saarschnäges, der Name unserer Firma, sollte sowohl unser Produkt bezeichnen als auch die Verbindung zur Region erstellen“, erklärte Lara-Marie May, Sprecherin des Schülerteams. „Durch den Slogan ‘Geschmack trifft Heimat‘ versuchten wir den regionalen Bezug zu verstärken. Auch die Formen der Fruchtgummis (Stubbi-Flasche, Lyoner-Ring, die Ludwigskirche und das Bergbausymbol) sollten das Heimatgefühl zum Ausdruck bringen.“

Gearbeitet wurde in verschiedenen „Abteilungen“, in denen Teamarbeit und Kommunikation an oberster Stelle standen. Denn wie in einem realen Unternehmen, das ein neues Produkt auf den Markt bringt, waren bestimmte Dinge festzulegen, zu strukturieren, abzuarbeiten, zu kontrollieren. Eine große Herausforderung, die die Jungunternehmer Kraft und Nerven kostete.

Es wurden die Zielgruppen definiert, ein Produktname geschaffen, ein Logo und eine Verpackung kreiert, eine Marketingstrategie entwickelt, nach Produktions- und Vertriebspartner gesucht und die Finanzierung geklärt. „Dank der Unterstützung von WFG-Geschäftsführer Klaus Häusler im LK Neunkirchen, den unsere Geschäftsidee überzeugte, konnten wir die Firma Amapharm in Wellesweiler als Wirtschaftspaten und Produzent unserer saarländischen Fruchtgummis gewinnen“, ergänzte Hans-Werner Backes.

Während des gesamten Schuljahres drehte sich für die Jungunternehmer (fast) alles um ‚Saarschnäges‘. Doch mit dem Beginn der Sommerferien 2019 und nach der Abgabe eines Jahresabschlussberichtes musste das Unternehmen – entsprechend der Vorgaben – aufgelöst, die Produktion und der Verkauf der Fruchtgummis eingestellt werden. „Den Restbestand wollten wir in ein soziales Projekt einbringen“, erläuterte Lara-Marie May, „und da war es naheliegend, den Patienten der Kinderklinik und des Sozialpädiatrischen Zentrums am Kohlhof eine Freude zu bereiten.“

Dass diese Freude riesig war, davon zeugten an diesem Tag die leuchtenden Kinderaugen. Mit einem fröhlichen musikalischen „Dankeschön“ der jungen Patienten wurde das Projekt ‚Saarschnäges‘ nun endgültig abgeschlossen, nicht ohne zuvor jedem Anwesenden ein Päckchen der saarländischen Fruchtgummis auszuhändigen. red./eck

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