„Familienfreundliches Unternehmen“

Rezertifizierung für die Verwaltung des Saarpfalz-Kreises

HOMBURG Im Jahr 2016 verliehen die IHK Saarland und die Landesregierung des Saarlandes erstmals dem Saarpfalz-Kreis das Gütesiegel „Familienfreundliches Unternehmen“. Eine Auszeichnung, die verpflichtet und keineswegs „auf Lebenszeit“ vergeben wird. Nun ist die offizielle Rezertifizierung erfolgt. „Wir sind familienfreundlich, weil wir stetig daran arbeiten, den beruflichen Alltag unserer Mitarbeiter in unserer Kreisverwaltung an den Ansprüchen einer modernen Arbeitswelt zu orientieren und dem Thema Familie den entsprechenden Raum zu bieten – sei es durch Telearbeit, flexible Arbeitszeitmodelle oder familiennahe Beratungsangebote“, erklärte Landrat Dr. Theophil Gallo. Stellvertretend für ihn nahm der Erste Beigeordnete Dieter Knicker das Zertifikat entgegen, das ihm Ute Knerr von der Servicestelle Arbeiten und Leben, angesiedelt bei saaris e. V., überreichte. Der Feierstunde in den Räumlichkeiten der Kreisverwaltung wohnten auch Christian Janishek, Fachbereichsleiter Personal, Organisation, Vergabestelle, dessen Vertreterin Tatjana Rauhof, Alexander Jordan, stellvertretender Personalratsvorsitzender, und die Frauenbeauftrage des Saarpfalz-Kreises, Birgit Rudolf, bei.

Einen Kriterienkatalog, den es für eine erfolgreiche (Re-)Zertifizierung abzuarbeiten gilt, gibt es nicht. Ute Knerr erklärte dazu: „Unternehmen oder Verwaltungen müssen von Beginn an Instrumente vorweisen können, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen. Genauso müssen sie bereit sein, neue Maßnahmen zu schaffen, die auf die jeweilige Organisation zugeschnitten sind. Es geht darum, gemeinsam im Haus Lösungen zu suchen und anzubieten. Diese können von Fall zu Fall natürlich unterschiedlich sein. Man muss abwägen, was geht. Das kann letztendlich nur eine Schnittmenge sein.“

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Situation in der Kreisverwaltung bewertete Ute Knerr durchweg positiv und lobte: „Familie und Beruf zu vereinbaren, heißt nicht ‚Ponyhof‘. Es braucht Menschen, die das Thema vorantreiben, eine Haltung dazu haben und Lösungen präsentieren. Das habe ich in Ihrem Haus vorgefunden, auch in der Verwaltungsspitze.“ Die Freude war ganz auf der Seite des Ersten Beigeordneten, der u. a. das Angebot der Kinderbetreuung und Führungskräfte-Workshops als gelingende Beispiele aufzählte. „Wir wollen auch in Zukunft unsere Führungskräfte für das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf sensibilisieren und sie stärker bei der Vermittlung von Familienfreundlichkeit im Berufsalltag an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbinden“, nannte Dieter Knicker ein Ziel für die kommenden drei Jahre.

Der Saarpfalz-Kreis spricht sich weiter dafür aus, das bestehende Inhouse-Beratungsangebot durch Vorträge und Workshops (zu Themen wie Betreuung und Vorsorge) sowie durch die Bereitstellung von Informationsmappen u. a. zu familiennahen Themen auszubauen. Ein Kontaktprogramm für Mitarbeiter in Eltern-/Pflegezeit zu etablieren, um diesen die Möglichkeit zu bieten, über aktuelle Entwicklungen in ihrem Arbeitsbereich informiert zu bleiben, zählt ebenfalls zur Zielvereinbarung. Ute Knerr sprach schließlich auch das Thema „Home-Office“ an, das im Zuge familienfreundlicher Arbeitsplätze einen hohen Stellenwert einnehme. Aktuell sind bei der Kreisverwaltung 37 Telearbeitsplätze fest installiert. Diese haben sich im Rahmen des Corona-Shutdowns zusätzlich bewährt. Unabhängig von Krisenzeiten soll dieser Bereich ausgebaut werden. Das Gütesiegel „Familienfreundliches Unternehmen“ wird dem Saarpfalz-Kreis ist gültig bis zum 30. September 2023. red./jj

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