Fall Yeboah wird neu aufgerollt

Stadt Saarlouis hofft nach fast 30 Jahren auf Aufklärung

SAARLOUIS Fast 30 Jahre nach einem verheerenden Brandanschlag, bei dem der damals 27-jährige Samuel Yeboah ums Leben kam, wird der Fall nun erneut aufgerollt. Die Verwaltungsspitze hofft auf eine rasche Aufklärung der schrecklichen Tat.

Rund 29 Jahre, nachdem der Asylbewerber Samuel Yeboah aus Ghana bei einem Brandanschlag in Saarlouis Fraulautern ums Leben kam, wird der Fall nun aufgrund neuer Erkenntnisse wieder aufgerollt. Anders als in anderen Städten, in denen in dieser Zeit zweifelsfrei rassistische Anschläge verübt wurden, gab es im Fall Yeboah nie eindeutige Beweise dafür, dass der oder die Täter aus rassistischen Motiven handelten.

Nach Medienberichten liegen dem Generalbundesanwalt nun gravierende Anhaltspunkte dafür vor, dass der Brandanschlag einen rechtsextremistischen Hintergrund gehabt habe.

„Es ist ein wichtiges Signal, dass der Anschlag fast 30 Jahre danach endlich aufgeklärt werden könnte“, erklären OB Peter Demmer und Bürgermeisterin Marion Jost.

„Damit gäbe es endlich Gewissheit über den Hintergrund dieser schrecklichen und menschenverachtenden Tat und der oder die Täter könnten entsprechend zur Rechenschaft gezogen werden.“

Sollte sich die Vermutung eines rassistischen Hintergrundes bestätigen, müsse auch das Gedenken an die Tat neu bewertet werden – auch gemeinsam mit den politischen Vertretern im Stadtrat.

Zunächst jedoch bleiben die weiteren Ermittlungen abzuwarten.

Samuel Yeboah wurde auf dem Friedhof „Neue Welt“ beigesetzt. 2012 beschloss die Stadt, das Grab nicht nach Ablauf der regulären Frist einzuebnen, sondern als Mahnmal zu erhalten und dem Opfer damit dauerhaft die Würde zu erweisen. Die Kosten der Pflege übernehmen die Stadt und der Neue Betriebshof Saarlouis (NBS). red./am

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