Erster „Klangwanderweg“ im Saarland

Beliebter Rundwanderweg „Rund um Dalem“ jetzt mit Musikstationen

HECKENDALHEIM/OBERWÜRZBACH Eine große Schar interessierte Bürger hatte sich zusammengefunden. Die einen waren mit dem Auto von Oberwürzbach her kommend den Fuhrweg hochgefahren und dann gleich rechts zum Parkplatz an der Römerstraße abgebogen. Andere kamen zu Fuß von Heckendalheim aus zum Andreaskreuz, von wo sich der kleine Zug später in Bewegung setzte. Doch schon hier war zu erkennen, worum es ging. Stand da doch ein riesiges Holz-Xylophon, fest im Boden verankert und überdacht, dem jemand eine klangvolle Melodie entlockte. Drumherum Schüler und Lehrer der Musikschule St. Ingbert, die mit ihren Instrumenten einen weiteren Klangkörper bildeten. Es sollte noch weitere drei kleine Konzertstationen geben. Man befand sich auf dem Heckendalheimer Höhen- und Klammerweg „Rund um Dalem“, der Wanderer „in die reizvolle und wunderschöne Bliesgaulandschaft des UNESCO-Biosphärenreservates“ führt, wie es in einem Faltblatt des Heimat- und Kulturvereins Heckendalheim heißt. Seine Mitglieder hatten den 10,5 Kilometer langen schönen Rundwanderweg in jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit geschaffen und ausgeschildert, wie der langjährige Vorsitzende, Peter Stolz, und der jetzige, Michael Schmitt, erläuterten.

Vier Konzertstationen

Nun erhielt der Weg einen zusätzlichen Stern durch ein außergewöhnliches Projekt, das ihm zu einem Alleinstellungsmerkmal im Saarland verhalf: St. Ingberts Oberbürgermeister, Dr. Ulli Meyer und die Musikschule der Stadt St. Ingbert hatten zur Einweihung des ersten Klangwanderweges im Saarland „Klangwelt Biosphäre – Der Klangwanderweg durch die Biosphäre Bliesgau“ eingeladen. Vier Groß-Musikinstrumente waren vom Musikschullehrer Hermann Müller, Schülern der Musikschule St. Ingbert und Schülern des Berufsbildungszentrum St. Ingbert gebaut worden. Als Kooperationspartner konnten das Berufsbildungszentrum St. Ingbert und der Biosphärenzweckverband Biesgau gewonnen werden. Gefördert wurde das Porjekt durch „TRAFO –Kultur+ im Saarpfalzkreis“ und die Kulturstiftung des Bundes, wie Mark Herzog, Leiter des Projektes von der Stabsstelle demokraphischer Wandel des Kreises, erläuterte. Der Kreis habe 35 Projekte gefördert. Neben dem Xylophon stehen jetzt ein „Röhrenphon“ mit meterhohen Metallröhren, ein Metallophon und ein Lithophon mit klingenden Granitpaltten entlang des Rundwanderweges. Alle jederzeit spielbereit. Und mächtig. Beim Stopp an der Station „Röhrophon“ sprach Ingo Nietert, Leiter der Musikschule St. Ingbert, von einer „interkommunalen Zusammenarbeit“, hier die Gemeinde Mandelbachtal, dort die Stadt St. Ingbert. Oberbürgermeister Dr. Meyer nannte die Aktion ein Beweis dafür, wie Musik verbinde und Horizonte öffne. „St. Ingbert und das Mandelbachtal haben problemlos zusammengearbeitet“, bestätigte er mit Blick auf Maria Vermeulen, Bürgermeisterin Mandelbachtals. Sagte es und machte sich mit der Gruppe auf zu den nächsten zwei Großinstrumenten am Rundwanderweg. Der Heimat- und Kulturvereins Heckendalheim arbeitet bereits daran, den Rundwanderweg zum Premiumweg werden zu lassen. Der Anfang ist gemacht. all

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