Erinnerungsveranstaltung

85 Jahre Kundgebung gegen den Anschluss des Saargebiets an Hitlerdeutschland

SULZBACH Für Samstag, den 24. August, ist um 11 Uhr eine Erinnerungsveranstaltung anlässlich 85 Jahre „Kundgebung gegen den Anschluss des Saargebiets an Hitlerdeutschland“ in Sulzbach geplant. Begrüßt werden die Besucher der vom Gemeindeverband Sulzbach-Quierschied der Partei Die Linke unterstützten Veranstaltung von Michael Quetting, eine historische Einführung gibt Max Hewer und für die musikalische Begleitung konnte Sigi Becker gewonnen werden. Die Veranstaltung am Waldheim hinter dem Sulzbacher Friedhof dauert bis 13 Uhr.

Januar 1933: Unmittelbar nachdem Hitler Reichskanzler wurde, rollte eine Terrorwelle über Deutschland. Ob Kommunisten, Sozialdemokraten, Anarchisten, Linksintellektuelle, ob Jude oder Homosexuelle. Niemand war vor Hitlers braunen Horden sicher. Im Saarland wurden diese Entwicklungen aufmerksam verfolgt, stand doch hier für das Jahr 1935 eine Volksabstimmung bevor, die entscheiden sollte, ob nach 15 Jahren die Saar zurück nach Deutschland kommt oder das Völkerbundmandat („Status quo“) weiter bestehen bleibt, zumindest solange das Hitler-Regime an der Macht war. Kommunisten, Sozialdemokraten und einige katholische Hitler-Gegner fanden sich 1934 zur antifaschistischen Einheitsfront zusammen.

In Sulzbach sprachen vor vielen Zehntausenden Antifaschisten aus dem gesamten Saargebiet nicht nur Vertreter von KPD und SPD, sondern auch der katholische Geistliche Hugolinus Dörr, der es wagte, sich offen dem Druck von Seiten der „Deutschen Front“ zu widersetzen. Von der Sulzbacher Demonstration ging für die Anhänger der Einheitsfront und des Status quo ein mächtiger moralischer Auftrieb aus. Ihr Verlauf beeindruckte auch die faschistischen Kräfte, die deutlich spürten, dass sich eine politische Gegenkraft zu formieren begann und womöglich den Anschluss gefährdete. „Ein Optimismus ging durch die damaligen Teilnehmer, Hitler doch schlagen zu können und das Saargebiet nicht dem deutschen Faschismus auszuliefern“, sagte noch Jahrzehnte später ein Zeitzeuge.

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