Erinnern an tragische Ereignisse

Infotafel zum Gedenken an getötete russische Kriegsgefangene im 2. Weltkrieg

SCHMELZ An der Landstraße zwischen Hüttersdorf und Körprich befand sich ein Lager des Reichsarbeitsdienstes (RAD), das 1937/38 gebaut wurde. Es diente als Unterkunft für Arbeiter des RAD, die Bau- und Schanzarbeiten am Westwall verrichteten.

400 bis 500 russische Kriegsgefangene gefangen

Im 2. Weltkrieg war im Zuge des Frankreichfeldzuges der deutschen Wehrmacht ab 1940 ein Festungsnachrichtendienst in der Stärke eines Bataillons in den Baracken untergebracht.

Ende 1944 wurden schließlich in diesem Lager etwa 400 bis 500 russische Kriegsgefangene festgehalten, die zu Arbeiten in und um Hüttersdorf herangezogen wurden. Die Versorgung dieser Menschen war katastrophal. Alle waren bis auf die Knochen abgemagert und Entkräftung und Krankheiten brachten vielen den Tod.

Am 11. Januar 1945 kam es dann zu einem Inferno. Durch Fehlinformationen der Alliierten, die davon ausgingen, es handele sich immer noch um ein Lager der Wehrmacht, wurde das Lager von einem Geschwader amerikanischer B26-Bomber angegriffen. 222 russische Kriegsgefangene verloren bei diesem Angriff ihr Leben. Die Toten wurden zunächst in einem Massengrab am Waldrand bestattet. Anfang der 50er Jahre wurden die Toten auf die Kriegsgräberstätte in Besch umgebettet.

An diese Geschehnisse erinnert nun eine Informationstafel, die in Zusammenarbeit der Gemeinde Schmelz, des Landesverbandes Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) und Heiner Bonnaire aufgestellt wurde.

Für die Beteiligten ist es wichtig, dass an dieses tragische Ereignis erinnert wird, zumal es immer weniger Zeitzeugen gibt. Die Tafel ist gleichzeitig ein mahnendes Symbol für die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt.

Symbol für die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt

Neben der Infotafel befindet sich noch die Gedenktafel, die der mittlerweile pensionierte Gymnasiallehrer Heiner Bonnaire im Jahre 1998 gemeinsamen mit seinen Schülern vom Stadtgarten-Gymnasium Saarlouis als Zeichen der Erinnerung an getöteten russischen Kriegsgefangenen anfertigen ließ.red./ti

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