Entsorgungsverband informiert

Bau eines Regenüberlaufbauwerkes im Lebacher Stadtteil Knorscheid

Lebach. Im Mai beginnt der Entsorgungsverband Saar mit dem Bau eines Regenüberlaufbauwerks im Lebacher Stadtteil Knorscheid.

Der Neubau, der im Bereich der Ackerfläche am Radweg zwischen Lebach und Knorscheid, sowie der Theel entsteht, ersetzt das bestehende Regenüberlaufbauwerk an der Kreuzung Heeresstraße zur B268, das nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Eine Erneuerung am bestehenden Standort ist aufgrund des vorhandenen Verkehrsaufkommens und der Vielzahl an Ver- und Entsorgungsleitungen in diesem Bereich nicht sinnvoll. Das Regenüberlaufbauwerk entlastet den zur EVS Kläranlage Lebach führenden Hauptsammler von überschüssigen Niederschlagswässern. Die Bauzeit ist mit zwei Jahren veranschlagt. Der EVS investiert für das Projekt rund 2,3 Millionen Euro. Die Baumaßnahme beginnt an der Theel. Von dort werden Leitungen Richtung Radweg verlegt und dort das Regenüberlaufbauwerk mit einem Volumen von 100 Kubikmeter gebaut. Nach dem Anschluss an die bestehenden Ortskanäle in der Poststraße wird der betroffene Bereich wiederhergestellt.

Während der Baumaßnahme kommt es im Bereich des Radweges entlang der Theel, der Heeres-, der Rennbahn- und der Poststraße zu Verkehrs­beeinträch­tigungen.

Der Verband wird bemüht sein, die Beeinträchtigungen bei der Umsetzung dieses für den Umweltschutz wichtigen Projektes auf ein Mindestmaß zu reduzieren und bittet alle Betroffenen um ihr Verständnis für nicht vermeidbare Belastungen.

Über die konkreten Verkehrssicherungsmaßnahmen wird frühzeitig nochmals informiert. Entsprechende Umleitungen werden ausgeschildert.

Hintergrund

Das Sammlersystem im Saarland wird überwiegend im Mischsystem betrieben, das heißt, dass das häusliche Abwasser und das Regenwasser von befestigten Flächen im gleichen Kanal abgeleitet werden.

Da die Sammler durch überdurchschnittlich große Wassermengen bei Regenwetter oft überlastet wären, werden im Kanalsystem sogenannte Regenwasserbehandlungsanlagen gebaut. Kommt mehr Wasser an, als vom Hauptsammler aufzunehmen ist, wird dieses zunächst im Regenrückhaltebecken gespeichert.

Durch die Speicherung wird vermieden, dass der erste konzentrierte Schmutzstoß – neben dem eigentlichen Abwasser werden bei starkem Regen auch im Kanal befindliche Ablagerungen mitgeschwemmt – in den Bach gelangt.

Erst nach kompletter Befüllung des Beckens erfolgt der Abschlag des dann stark verdünnten und somit unschädlichen Mischwassers über das Regenüberlaufbauwerk in den Bach. Die Anlagen sind so ausgelegt, dass die geringe Schmutzstoffmenge, die letztendlich noch in den Bach eingetragen wird, über die Selbstreinigungsfähigkeit des Baches leicht abgebaut werden kann.

Es kommt also zu keinerlei Schädigung des Gewässers – im Gegenteil: Durch die Schaffung des Speichervolumens wird das Gewässer stark entlastet. Das im Regenüberlaufbecken gespeicherte stärker verschmutzte Abwasser wiederum wird nach Abklingen des Regenereignisses mithilfe einer Abflusssteuerung dosiert über den Hauptsammler in Richtung Kläranlage abgegeben. red./jb

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