„Entschieden gegen Antisemitismus“

Ministerin Christine Streichert-Clivot lädt Schulklassen zu Kinoseminaren mit den NS-Propagandafilmen „Jud Süß“ und „Hitlerjunge Quex“ ein. Anmeldung läuft!

SAARBRÜCKEN „Nicht erst mit dem Anschlag von Halle oder zuletzt bei uns mit der Zerstörung des Mahnmals für jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen auf dem Friedhof Siersburg ist der anschwellende Antisemitismus noch greifbarer geworden. Wir brauchen ein starkes Zeichen aus der Öffentlichkeit, um dem etwas entgegenzusetzen. Die aktive Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus ist wichtig und hat deshalb einen festen Platz in unserem Bildungssystem. Gerade junge Menschen müssen sich mit diesem Phänomen auseinandersetzen“, betont Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot.

Sie freut sich über die Initiative des Landesinstituts für Pädagogik und Medien und der Arbeitskammer des Saarlandes, mit den bis heute verbotenen NS-Propagandafilmen „Jud Süß“ und „Hitlerjunge Quex“ ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. „Die Kinoseminare sind ein wichtiger Lernort. Die Filme zeigen, wie damals breite Schichten der Bevölkerung auf die Ausgrenzung von Minderheiten und die systematische Judenvernichtung eingestimmt worden sind“, so Christine Streichert-Clivot.

In der Woche vom 16. bis 20. März werden im Saarbrücker Filmhaus, Mainzer Straße 8, jeweils vormittags um 8.30 Uhr und um 11 Uhr alternierend die beiden Filme mit einer Vor- und Nachbereitung durch Burkhard Jellonnek, Leiter des Landesinstituts für Pädagogik und Medien, für Schulklassen vorgestellt und diskutiert.

Die Aufführungen finden in enger Zusammenarbeit mit der Friedrich-Murnau-Stiftung statt, die sämtliche, sogenannten Vorbehaltsfilme verwaltet und darüber zu wachen hat, dass nur dementsprechend wissenschaftlich begleitete Aufführungen durchgeführt werden. Zusätzlich gibt es eine Abendveranstaltung am Dienstag, dem 17. März, um 20 Uhr mit „Jud Süß“, ebenfalls im Filmhaus. „Aus den Fehlern der Vergangenheit können wir für heute lernen“, ist Burkhard Jellonnek überzeugt, der diese beiden und weitere Filme in der Vergangenheit bereits über 17 000 Schülern gezeigt hat.

Ab sofort laufen die Anmeldungen für Schulklassen ab Klassenstufe 8 für „Hitlerjunge Quex“ und ab Klassenstufe 9 für „Jud Süß“ beim Landesinstitut für Pädagogik und Medien per e-mail an kinoseminar@lpm.uni-sb.de oder unter Tel. (0 68 97) 7908-150. red./jb

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