Engagement für soziale Projekte

Abschied nach 15 Jahren vom Arbeitskreis „Fairer Handel“

GERSHEIM 15 Jahre lang verkauften Ehrenamtliche in der ehemaligen Pfarreiengemeinschaft Rubenheim-Herbitzheim-Bliesdalheim Waren aus fairem Handel. 2005 hatte Anneliese Spohn aus Lautzkirchen den Arbeitskreis ins Leben gerufen und den Verkauf mit engagierten Menschen vor Ort angekurbelt.

Nach ihrem Tod führten Frauen aus den Gemeinden ihre Initiative fort, bis sie jetzt ihre Arbeit beendeten. Die Corona-Pandemie verhindert den weiteren Einsatz für die Kleinbauern in Entwicklungsländern. Denn der Verkauf nach den Gottesdiensten in den drei Kirchen der jetzigen Pfarrei Heilig Kreuz kam im Lockdown vollkommen zum Erliegen und war danach mit den herrschenden Hygiene- und Abstandsregeln nicht mehr möglich.

Schweren Herzens entschieden die Frauen deshalb, den Verkauf einzustellen. Bei einem Abschiedstreffen dankte die Kassenverwalterin Susanne Karl allen, die sich in den letzten Jahren engagiert hatten: in Rubenheim Christina Welsch, Gaby Siegrist, Irene Rubeck-Müller und Helfer Martin Fromm, in Bliesdalheim Anita Rabung und Petra Hegmann und in Herbitzheim Jutta Haugwitz, Monika Dell und Margit Wesely. Besonders hob sie das Engagement von Christina Welsch hervor, die den Einkauf der Waren viele Jahre uneigennützig erledigte.

„Direkte Hilfe zur Selbsthilfe“ – das große Anliegen des fairen Handels – dies wurde nicht nur durch den Verkauf zu „fairen“ Preisen verwirklicht. Auch konnten jedes Jahr Projekte in Entwicklungsländern oder auch bei der Hilfe für Einzelschicksale mit mehreren tausend Euro aus dem erwirtschafteten Überschuss unterstützt werden.

3400 Euro standen nun noch aktuell auf dem Konto des Arbeitskreises und einstimmig beschloss der Arbeitskreis, diese Summe auf drei Empfänger aufzuteilen. Das Projekt Guarani-Hilfe des Ehepaares Hartmann, das sich für die Ureinwohner im Nordosten Argentiniens einsetzt, das Afrika-Projekt „Hilfe für Iringa“ des verstorbenen Pfarrers Ponsiano Myinga, das von Pfarrer Basil Mzena weitergeführt wird, und das Caritas Baby Hospital in Bethlehem, das einzige Kinderkrankenhaus im Westjordanland, dürfen sich über die Spenden freuen.

„Alles hat seine Zeit“, bedauerten die Frauen das Ende ihres Einsatzes, waren aber auch stolz auf das gemeinsam mit dem treuen Kundenstamm erarbeitete Ergebnis.red./dos

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