Einstimmiges Ja zum Vauban-Projekt

Sondersitzung des Stadtrats zur Innenstadt-Entwicklung Homburgs

HOMBURG Für die Innenstadt-Entwicklung Homburgs hat der Stadtrat in einer Sondersitzung ein möglicherweise neues Kapitel zu schreiben begonnen, dessen Exposé bereits im Juni des Vorjahres von den Mandatsträgern gutgeheißen wurde. Die Rede ist vom Vauban-Carré Ecke Talstraße/Gerberstraße gegenüber dem Saarpfalz-Center. Wo zur Zeit noch kostenfrei geparkt werden kann, könnte mittelfristig ein Gebäude mit Einzelhandel, Büros, Autostellplätzen und vielleicht sogar Wohnungen entstehen. Eine diesbezügliche Bauvoranfrage hatte der Stadtverwaltung im Vorjahr vorgelegen und war dort mit Interesse aufgenommen worden.

Denn die Idee einer Bebauung wird schon seit Jahren verfolgt, um in der Talstraße eine weitere Baulücke schließen und gleichzeitig mit Parkplätzen und Geschäften die Innenstadt beleben und attraktivieren zu können. Vor diesem Hintergrund hatte die Homburger Parkhausgesellschaft HPS 2010 vorsorglich hier und in unmittelbarer Nachbarschaft in der Gerberstraße entsprechende Grundstücke erworben und dann selbst auf dem Markt zum Verkauf angeboten. Interessenten mit konkreteren Vorstellungen einer Bebauung hatte es aber schon vorher gegeben. Sogar ein symbolischer Spatenstich war 2008 vorgenommen worden. Zur Realisierung war es jedoch nicht gekommen.

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000 Quadratmeter Gewerbefläche und 200 Parkplätze

Im Vorjahr nun hatte der Achitekt Roland Damm von der A + 4 ingenieur GmbH im Auftrag eines Interessenten eine Vorplanung vorgestellt, der der Stadtrat einstimmig folgen konnte. Aus diese Bauvoranfrage ist jetzt eine konkrete Kaufabsicht für die beiden Flächen beiderseits der Gerberstraße geworden. Einer der beiden möglichen Käufer ist Dieter Leismann, Geschäftsführer der St. Ingberter Leismann Versicherungs-Makler GmbH. Aus der zuvor von Damm vorgestellten Planung war erkennbar, dass bis zu 5000 Quadratmeter Gewerbefläche und etwa 200 Parkplätze in dem mehrgeschossigen Gebäude möglich wären. Das zweite Grundstück in der Gerberstraße im Bereich hinter dem Gotha-Haus könnte mit Wohnungen und einem möglichen Stadthotel bebaut werden. Über den Verkaufspreis der Grundstücke gab es seitens der Stadt keine Aussagen; Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind hatte sich vor einem halben Jahr noch zurückhaltend geäußert, was eine mögliche Vertragsunterzeichnung betrifft.

Dass der Enttäuschung nach dem Aus für die Enklerplatzbebauung schon jetzt ein positives Signal an anderer Stelle folgt, mag an einen magischen Zauberhut denken lassen. Doch Schneidewind machte deutlich, dass es eher ein Zeichen dafür sei, dass die Verwaltung an ihrer alten „Knochenlösung“ für die Innenstadt festhalte. Denn bereits vor Jahren war Konsenz, dass sowohl die Bebauung auf dem Enklerplatz wie auch parallel die Bebauung des Vauban-Carrés als sich gegenseitig ergänzende Pole für die Innenstadtentwicklung zu betrachten seien.

Eng verbunden mit der Entwicklung beider Großprojekte ist nun erst einmal von der Stadtverwaltung die Zukunft des Enklerplatzes in den Blick zu rücken. Denn dort hatte die DI-Gruppe zwei Grundstücke gekauft und hatte Optionsverträge mit anderen Grundstückseigentümern geschlossen. Die Gesamtfläche war der Stadt Homburg zur Nutzung als Parkplatz vorübergehend überlassen worden. Der Stadtrat ermächtigte deshalb die Verwaltung, Verhandlungen mit den Eigentümern zu führen. rk

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