Einer der Meister seines Fachs

Herbert List-Ausstellung noch bis März in der Ludwig Galerie Saarlouis zu sehen

SAARLOUIS 122 durchgängig in schwarz-weiß gehaltene, ausdrucksstarke Fotografien des Künstlers erwarten die Besucher. Die perfekt in die beeindruckenden Räumlichkeiten der Ludwig Galerie integrierten Werke sind in den Jahren 1930 bis 1961 entstanden und zeigen einen vielfältigen Querschnitt der Arbeit des Avantgardisten. Zur Vernissage der Ausstellung mit dem Titel „Das Magische im Vorübergehen – The Magical in Passing“ konnten OB Peter Demmer und Museumsleiterin Dr. Claudia Wiotte-Franz Anfang November bereits zahlreiche Kunstinteressierte begrüßen.

Nach einer musikalischen Einleitung von Anne Lamar und Jan Gabriel hieß Peter Demmer die Gäste willkommen. Der Oberbürgermeister berichtete, dass der Kaufmannssohn Herbert List schon früh damit begann, seine zahlreichen Auslandsreisen mit der Kamera zu dokumentieren. Als der aufkeimende Nationalsozialismus in Deutschland für ihn als „Vierteljude“ und Regime-Kritiker zur Bedrohung wurde, emigrierte List nach Paris und machte die Fotografie endgültig zu seiner Profession. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kehrte der Künstler nach Deutschland zurück und siedelte sich in München an, wo er 1975 verstarb.

Dr. Claudia Wiotte Franz und Peer- Olaf Richter führten im Anschluss detailliert in die Ausstellung ein. Peer-Olaf Richter hat als Nachlassverwalter von Herbert List das Museumsteam auch bei der Gestaltung der Ausstellung unterstützt. Der von ihm vertretenen Herbert List Estate gebührt gemeinsam mit der Agentur Magnum Fotos als Kooperationspartner ein besonderer Dank der Stadt.

Alle Redner waren sich einig, dass die gezeigten Fotos „nicht nur im Vorübergehen“ zu betrachten seien, sondern in Ruhe und in Muße zu genießen. Für eine freudige Überraschung sorgte Dieter List, ein Neffe des Fotografen, der unerwartet ebenfalls nach Saarlouis gekommen war. red./jb

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