Eine Ruhebank für den Ruhestand

Dr. Renate Keck im Krankenhaus Dillingen feierlich verabschiedet

DILLINGEN Fast auf den Tag genau 30 Jahre hat sie für das Dillinger Krankenhaus gearbeitet und diesem Haus „ein unverwechselbares Gesicht gegeben“, wie es Geschäftsführer Dr. Klaus-Peter Reimund in seinem Grußwort formulierte.

Anfang Juni wurde Dr. Renate Keck, die 2003 zusammen mit ihrem Kollegen Dr. Bernhard Menges als Chefärztin die Leitung der Inneren Medizin übernommen hatte, feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Wobei diese Feierstunde gleichzeitig ein Abschied vom Krankenhaus-Standort Dillingen war; denn nur wenige Tage später wurden mit der Inneren Medizin und der Neurologie die letzten beiden Abteilungen von Dillingen nach Saarlouis verlagert.

Eine Ärztin wie Renate Keck, die gleichermaßen fachlich versiert und den Menschen zugewandt ist, finde man nur selten, betonte Klaus-Peter Reimund. Mit ihrer empathischen, warmherzigen Art habe Keck die Menschen für sich gewonnen: die Mitarbeiter, die allen Turbulenzen zum Trotz all die Jahre den Weg zusammen mit ihr gegangen seien – und vor allem die Patienten, die sich bei ihr in den besten Händen wussten.

Für Keck sei das Dillinger Krankenhaus wie eine Familie gewesen. Und in diese Familie habe sie unendlich viel Zeit und Herzblut investiert, so Reimund. All das sei nicht selbstverständlich.

„Das tut man nur, wenn man sich voll mit seiner Arbeit und seinem Haus identifiziert; wenn einem die Menschen, für die man da ist und mit denen man arbeitet, wirklich am Herzen liegen“, sagte Reimund.

Renate Keck hat in Mainz Medizin studiert und in Idar-Oberstein ihr Praktisches Jahr absolviert.

In Bad Mergentheim, wo sie zweieinhalb Jahre tätig war, hat sie vor allem gastroenterologisch gearbeitet. Und hat dann bei Prof. Zwirner auf dem Winterberg ihre Fachärztin für Innere Medizin gemacht und die Kardiologie erlernt.

Auf seine Empfehlung hin kam sie nach Dillingen und wurde Oberärztin von Dr. Brandl. Bis dieser in den Ruhestand ging, war sie Oberärztin und hat in dieser Zeit (nämlich 1995) den Schwerpunkt Kardiologie erworben. Zusammen mit Dr. Bernhard Menges hat sie dann 2003 die Nachfolge von Dr. Brandl angetreten und die konservative Kardiologie ausgebaut.

In Dillingen habe er am liebsten gearbeitet, „und daran haben Sie einen großen Anteil“, zollte Dr. Bernhard Menges seiner Kollegin Respekt und höchste Anerkennung.

Dabei, so betonte er augenzwinkernd, hätten Renate Keck wesentliche Voraussetzungen für einen Chefarzt gefehlt. Sie sei erstens eine Frau und komme zweitens nicht aus dem Saarland. (Groß geworden ist sie, wie Menges selbst, in der Pfalz).

Renate Keck sei zudem ein Mensch der leisen Töne und auch kein Alpha-Tier. „Dass das Kollegialsystem so gut funktioniert hat, ist wesentlich Ihren kooperativen Fähigkeiten zu verdanken“, so Menges. In den letzten dreieinhalb Jahren – seitdem er, Menges, die Leitung der Klinik für Innere Medizin I in Saarlouis übernahm – habe sie die Abteilung de facto alleine geführt. Obwohl „das Ende in Sicht“ gewesen sei, sei es ihr „bravourös gelungen“, Zusammenhalt und die Motivation aufrecht zu erhalten.

Renate Keck sei bescheiden, sehr spontan und nie berechnend, ein „durch und durch ehrlicher Mensch“.

Deshalb, so Menges, „war es mir immer eine große Freude, mit Ihnen zu arbeiten“.

red./am

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