Eine lebendige Städtepartnerschaft

22. Januar 2021: Tag der Deutsch-Französischen Beziehungen in Sulzbach

Sulzbach. Seit 2003 gibt es den sogenannten Deutsch-Französischen Tag. Der im Rahmen des 40. Jahrestages des Elysée-Vertrags geschaffene Tag der deutsch-französischen Freundschaft wurde auf den 22. Januar festgelegt. Nicht nur zu dieser Gelegenheit wird in Sulzbach an die französischen Freunde ­gedacht.

Sulzbach ist frankophil. Spätestens nach Einrichtung des Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises im Jahr 2004 und der ersten Ausgabe des Chansonpreis-Festivals „Sulzbacher Salzmühle“ aus der Ideenschmiede von Wolfgang Winkler im Jahr 2011 ist dieser genetische Fußabdruck ins kulturelle Gedächtnis der Stadt geprägt.

Thema Salzgewinnung

Da war es folgerichtig, dass im Elysee-Jahr 2013 Beziehungen zu einer französischen Stadt geknüpft wurden. Auf Anregung des damaligen französischen Generalkonsuls im Saarland, Frédéric Joureau, wurde die Gemeinde Arc-et-Senans im Département Doubs als Partnergemeinde entdeckt, weil sowohl Sulzbach mit dem Salzensemble, als auch Arc-et-Senans mit der Saline Royal mit dem Thema Salzgewinnung eine Gemeinsamkeit haben.

Es entstand eine herzliche Verbindung mit Gemeinde und Menschen. Jährlicher Schüleraustausch im Wechsel, eine große Radtour von Sulzbach nach Arc-et-Senans, künstlerischer Austausch über den Kunstverein Sulzbach bis hin zu einem Freundschaftsspiel der Fußballvereine machen die Städtepartnerschaft, die 2014 geschlossen wurde, seither lebendig.

Die Liebe zum Nachbarland und der regen kulturellen Landschaft in Sulzbach ist es zu verdanken, dass im September 2016 eine weitere Bande zum französischen Nachbarn, zu der Gemeinde Rémelfing geknüpft wurde.

Wie ein roter Faden

Auf der Ebene der Kulturschaffenden fand man sich: Die Sulzbacher Künstlergemeinschaft KIS mit dem Wanderverein „Päädschesdribbeler“ und Rémelfings Malergruppe „peinture création“. Rémelfing liegt rund 40 Kilometer von Sulzbach entfernt, was den Austausch vorantrieb. Die vielen soziokulturellen Gemeinsamkeiten führten schließlich 2018, im Kontext des Endes des Ersten Weltkrieges im 100. Gedenkjahr, zur Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages im Beisein von Catherine Robinet, damalige Generalkonsulin der Republik Frankreich im Saarland.

„Der Deutsch-Französische Tag macht den roten Faden sichtbar, den wir von Sulzbach aus in die Partnerstädte schnüren und die von dort zurückführen. Wie bei einer sprichwörtlichen Verknüpfung“, so Bürgermeister Michael Adam: „Zwar hat die Corona-Pandemie den sonst regen Austausch mit Arc-et-Senans und Rémelfing das Leben schwer gemacht. Aber unsere Pläne und Verbindungen sind ungebrochen.“

Die Freundschaft blüht

Im Juli hatten die beiden Bürgermeister Hubert Bouring und Michael Adam als Symbol für den Fortbestand der Städtefreundschaft noch Blumensamen am Gradierwerk in Sulzbach einsäen können, um den Gedanken der Europäischen Verbundenheit in beiden Kommunen auf einer Freundschaftswiese symbolisch weiter blühen zu lassen. Die bei dieser Gelegenheit an die französischen Freunde überreichten Samenkugeln fielen auch in Rémelfing auf fruchtbaren Boden.

Beim jüngsten Videotelefonat der beiden Bürgermeister wurden Erinnerungen und Pläne für 2021 betrachtet. Von Fahrten und Radtouren nach Rémelfing bis zu gemeinsamen Kunstausstellungen und dem grenzüberschreitenden „Sulzbacher Chorfest – grenzenlos“ war die Rede. Entschiedenen Auges blickten beide Bürgermeister im Gespräch auf die bevorstehende Umwandlung der Städtefreundschaft in eine waschechte Partnerschaft.

„Ich freue mich über unsere Freundschaft. Es ist schön, wenn man gemeinsam so viel vorhat. Da können auch die derzeit geltenden Abstandregeln nichts dran rütteln“, so Bürgermeister Michael Adam am 22. Januar. red./dos

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