Ein zentrales Anliegen

Stadt Blieskastel übernimmt Beförsterung für Gemeinden Gersheim und Mandelbachtal

BLIESKASTEL/ GERSHEIM/ MANDELBACHTAL Nach der Kreisstadt Homburg haben nun auch die Gemeinden Gersheim und Mandelbachtal ihre Wälder der Stadt Blieskastel zur Beförsterung anvertraut. Die interkommunale Kooperation gewinnt in Zeiten wachsender Komplexität kommunaler Aufgaben und demografischen Wandels mehr und mehr an Bedeutung. Die Erkennung von Synergieeffekten und Bündelung von Kräften schafft beachtliche Potenziale bei der Bewältigung von Aufgaben und Kosten.

Die Stadt Blieskastel ist hier bereits seit einiger Zeit aktiv, neben der Zusammenlegung der Standesämter nicht zuletzt im Rahmen der Beförsterung. 2016 wurde ein entsprechender Vertrag mit der benachbarten Kreisstadt Homburg geschlossen. Diese ist Eigentümerin von etwas mehr als 300 Hektar Wald, der neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung vor allem der Naherholung und dem Tourismus dient. Mit rund 1900 Hektar Waldfläche ist Blieskastel einer der größten saarländischen Kommunalwaldbesitzer und verfügt seit langem über fachlich qualifiziertes Personal. Für die Kreisstadt Homburg lag es also nahe, ihren Stadtwald künftig durch den Fachdienst Wald und Biosphäre der Nachbarstadt Blieskastel mitbetreuen zu lassen.

Inzwischen sind auch die beiden Nachbargemeinden Gersheim und Mandelbachtal mit entsprechenden Anliegen an die Stadt Blieskastel herangetreten. Gersheim ist Eigentümer von 106 Hektar forstlicher Betriebsfläche. Die Gemeinde Mandelbachtal verfügt über 925 Hektar forstliche Betriebsfläche. Zum 1. Juni 2019 tritt nun ein Vertrag in Kraft, der an die Stadt Blieskastel nach erfolgter Personalisierung die forstliche Betriebsleitung und Mitbeförsterung der Wälder von Gersheim und Mandelbachtal, jeweils unter Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflichten, überträgt.

Inhalt der forsttechnischen Betriebsleitung ist u.a. auch die Erstellung der jährlichen Wirtschaftspläne in Zusammenarbeit mit dem Waldbesitzer auf Grundlage des Forsteinrichtungswerkes, verbunden mit einem Vorschlag für die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben. Ebenso die Anleitung und Überwachung des Betriebsvollzuges, Rechnungslegung und Darstellung des Betriebsergebnisses, Umsetzung von Förderprogrammen des Landes, des Bundes sowie der Europäischen Gemeinschaft sowie die Betreuung der PEFC-Gruppenzertifizierung. Des Weiteren übernimmt das Blieskasteler Team ökonomische und ökologische Beratungen und erstellt zukünftig waldpädagogische Konzepte für Kindergärten und Grundschulen der Vertragspartner. Bei der Stellungnahme bei Planungsvorhaben von Trägem öffentlicher Belange ist eine Mitwirkung vorgesehen.

Die Beförsterung beinhaltet u.a. die Ausführung des vom Waldbesitzer genehmigten Wirtschaftsplanes einschließlich Auszeichnen der Bestände, Organisation und Überwachung der Rückearbeiten sowie Aushaltung, Vermessung und Aufnahme des Holzes nebst Erstellung von Holzaufnahmebüchern, Holzverkaufslisten und Leistungsverzeichnissen. Auch die Vermarktung des Holzes ist einer der vielen Punkte, für die Blieskastel zuständig sein wird.

Auch eine fachliche Begutachtung zur Verkehrssicherheit wird zukünftig durch die Stadt Blieskastel gewährleistet. Hierunter fallen beispielsweise die bestimmungsgemäße visuelle Kontrolle und Dokumentation des Baumbestandes entlang von Verkehrsstraßen, Wohnbebauung sowie an Parkplätzen und Naherholungseinrichtungen sowie die Vorbereitung der Vergabe. Nicht enthalten in den Beförsterungsleistungen sind Jagdausübung und Jagdschutz, die Verwaltung des Immobilien- und Liegenschaftskatasters sowie Arbeiten im Rahmen der periodischen Betriebsplanung, die über die Mitwirkung bei der Vorbereitung und technischen Abwicklung hinausgehen.

Die Laufzeit der beiden Verträge erstreckt sich über jeweils zehn Jahre. Für Wünsche, Hinweise und Anregungen der Bürger sowie Anmeldung des Brennholzbedarfs sollen demnächst entsprechende Kommunikationsmöglichkeiten eingerichtet werden.

Die Blieskasteler Verwaltungschefin zieht aus der bisherigen Kooperation mit den Nachbargemeinden eine positive Bilanz: „Mit den Kollegen in Gersheim und Mandelbachtal arbeiten wir ohnehin bereits seit Jahren erfolgreich zusammen, pflegen einen sehr guten Austausch und unterstützen uns gegenseitig wo immer es erforderlich ist.“ red./dos

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