Ein zentraler Baustein

Wärmepumpen auch für Bestandsgebäude attraktiv

Püttlingen. Der Vortrag über „Wärmepumpen im Altbau und für die Sanierung“ fand mit rund 100 Teilnehmenden einen großen Zuspruch. Es war die 10. Veranstaltung im Rahmen der Gläsernen Baustelle Bahnhof Püttlingen. „Im Saarland haben mehr als 60 Prozent aller Neubauten eine Wärmepumpe. Das ist bundesweit Platz 1“, sagte Dr. Christoph Schmidt, Vorstandsmitglied des Kulturforums Köllertal. Dagegen habe nur jedes 20. Bestandsgebäude eine ­Wärmepumpe.

„Wärmepumpen sind ein zentraler Baustein, um die Klimaschutzziele in Deutschland zu erreichen,“ betonte Schmidt. Neben der Stromwende müsse auch die Wärmewende an Fahrt aufnehmen. „Der Umstieg auf Wärmepumpen oder hybride Lösungen ist sehr attraktiv“, erläuterte der Referent Stefan Müllers. Ursache ist insbesondere die seit 2020 deutlich gestiegene Förderung für neue Wärmeerzeuger in Bestandsgebäuden.

Förderung bis 45 Prozent

Wer eine Ölheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, kann eine Förderung von bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten erhalten, sagte Müllers. Ohne den Austausch der Ölheizung betrage die Förderung 35 Prozent.

„Die Förderbedingungen waren noch nie besser“, sagte Carsten Kröger als weiterer Referent. Zu den förderfähigen Kosten zählten neben dem reinen Gerät auch die Kosten für die Erschließung der Wärmequelle, die Kosten für Installation und Inbetriebnahme, aber auch die Kosten für die Installation einer Fußboden-, Wand- oder ­Deckenheizung.

„Die Effizienz einer Wärmepumpe hängt neben der Art der Wärmequelle maßgeblich von den erforderlichen Heiz-Systemtemperaturen ab“, analysierte Müllers. Diese könnten durch die Sanierung der Gebäudehülle oder die Installation einer Flächenheizung verringert werden.

Wärmequellen für

Wärmepumpen

„Der aktuelle Trend geht im Neubau vor allem in Richtung von Luft/Wasser-Wärmepumpen“, betonte Kröger. Hierbei diene die Umgebungsluft als Wärmequelle für die Wärmepumpe. Für (unsanierte) Altbauten und dementsprechend hohe Systemtemperaturen seien jedoch eher Sole/Wasser-Wärmpumpen oder hybride Lösungen mit Gas- oder Ölkesseln zu empfehlen.

Bei Sole/Wasser-Wärmepumpen komme eine Erdsondenbohrung zum Einsatz. Solche Bohrungen seien genehmigungspflichtig und nicht überall erlaubt. Als genehmigungsfreie Alternative gäbe es inzwischen Lösungen mit Flächenkollektoren, die etwa im Garten auf 1,5 Meter Tiefe verlegt werden. Es gebe auch Systeme mit Eisspeichern, welche wie eine Zisterne neben dem Gebäude vergraben werden.

Mit Chat aktiv beteiligen

Über eine Chat-Funktion konnten die Gäste Fragen stellen. Diese wurden vom Moderator der Veranstaltung Claus-Steffen Sebastian in die Veranstaltung eingespielt und von den beiden Referenten beantwortet. „Es wurden wieder sehr viele Fragen gestellt. Für die weiteren Veranstaltungen möchten wir diesen interaktiven Anteil ausbauen“, fasste Sebastian ­zusammen.

Mitveranstalter der Veranstaltungsreihe sind die Volkshochschule des Regionalverbandes Saarbrücken und das Saarbrücken Forschungsinstitut IZES. red./dos

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