Ein top moderner Auslauf

Landgestüt erhält nach dem Vorbild des Hengstpaddocks nun einen für die Gaststuten

ZWEIBRÜCKEN Nach drei gelungenen Veranstaltungswochen in Folge und einem trotz einiger Terminausfälle im wahrsten Sinne des Wortes heißen Pferdesommer im Landgestüt konnten Gestütsleiterin Maren Müller und ihr Team kurz verschnaufen. Doch bereits Ende September beginnt der Pferdeherbst im Landgestüt, der traditionsgemäß im „Goldenen Oktober“ mit Hengstkörung und Hengstauswahl für München gipfelt.

Die Gestütsleiterin nutzt die veranstaltungsfreie Zeit für weitere Baumaßnahmen. Nach dem Vorbild der von vielen Seiten gelobten Hengstpaddocks im Frühjahr, erhalten nun auch die Gaststuten einen top modernen Auslauf. Mit einer Länge von 17,6 Metern und einer Breite von jeweils fast sieben Metern sind die einzelnen Parzellen so groß, dass die Pferde sogar die Möglichkeit für ein kleines Galöppchen haben.

„Das ist immens wichtig“, weiß Maren Müller, der das Pferdewohl ebenso am Herzen liegt wie die optische Aufwertung des historischen Landgestüts als einem der Stolzobjekte der Stadt. Der Boden wird abgebaggert und verdichtet. Dann kommen darauf eine Schicht Schotter, abgedeckt mit speziellen, federnden Paddockplatten und einer Schicht Sand. Darin wälzen sich die Pferde auch gerne und pflegen ihr Fell.

Dank des mehrschichtigen Bodenaufbaus sind die neuen Paddocks auch nach Regentagen noch fußtrocken und angenehm für die Pferde. Für die Sicherheit sorgt, wie bei den Hengsten, ein hoher Zaun aus abgerundeten Metallstangen, der ohne Strom auskommt. Während der Decksaison kommen die Gaststuten von 6 Uhr morgens bis gegen 14 Uhr in die Ausläufe. Die übrige Zeit stehen Bewegungsflächen den Einstellern im Landgestüt und den Voltigierpferden den ganzen Tag über zur Verfügung.

„Jedes Pferd kann dann täglich ein paar Stunden draußen sein und sich frei bewegen“, beschreibt die Gestütsleiterin. Spätestens Anfang Oktober sollen die sieben Paddocks fertig sein. Davor werden Bäume gepflanzt, die eines Tages Schatten spenden und zum Wohlfühlklima beitragen sollen.

Bis dahin will Maren Müller auch den Innenhof in Richtung Allee neu verputzt und gestrichen haben. Hier sind noch immer die Abbruchstellen sichtbar. „Damit haben wir unser Landgestüt optisch sehr aufgewertet und empfangen unsere Gäste in einem rundum historisch schönen Ambiente“, freut sich die Gestütsleiterin. Das wird auch höchste Zeit, denn die Schautafeln für den analogen und digitalen Gestütsrundweg sind jetzt genehmigt und werden aktuell gestaltet. An zehn Stationen berichten sie über die wichtigen historischen Aufgaben des Landgestüts und dessen Nutzung früher und heute. Per Handy können über Codes umfangreiche Hintergrundinformationen und Videos abgerufen werden.

Voraussichtlich im Spätherbst soll der interaktive Gestütsrundweg bei einem Besuch von Innenminister Roger Lewentz eingeweiht werden. Möglich gemacht wurde er durch das gemeinsame Engagement von Kulturamt, Verkehrsverein Zweibrücken und dem Förderverein Kulturgut Landgestüt Zweibrücken.cvw

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