Ein Stück deutsche Vergangenheit

Das a.gon Theater München bringt das Schauspiel „Deutschstunde“ auf die Bühne

SAARLOUIS Am Mittwoch, 11. April um 20 Uhr präsentiert a.gon Theater München das Schauspiel „Deutschstunde“, nach dem Roman von Siegfried Lenz, im Theater am Ring in Saarlouis

Eine Besserungsanstalt für Jugendliche 1954: der 20-jährige Siggi Jepsen soll einen Aufsatz schreiben über „Die Freuden der Pflicht“. Zunächst bleibt das Papier leer, doch dann kann Siggi kein Ende finden – Heft um Heft füllt sich.

Zu sehr beschäftigt ihn, was er als Kind und Jugendlicher während des Krieges erleben musste. Sein Vater, der Dorfpolizist Jens Ole Jepsen, hatte seinen Jugendfreund, den als „entartet“ gebrandmarkten und mit Berufsverbot belegten Maler Max Ludwig Nansen, im offiziellen Auftrag bespitzelt, überwacht und denunziert. Pflichterfüllung ging vor Menschlichkeit. Selbst nach dem Ende des NS-Regimes verfolgte Jepsen den Maler beharrlich weiter – seine Mission schien keinen Auftrag mehr zu brauchen.

Siegfried Lenz wurde nicht nur zum genialen Denker über die deutsche Nazi-Diktatur, er wurde auch zum menschlichen Botschafter zwischen dunkler Vergangenheit und demokratischer Gegenwart – vor allem mit der Deutschstunde, in der er das Unvorstellbare vorstellbar machte, getreu seinem Motto: „Ich schreibe, um die Welt zu verstehen.“

Vorlage für die Figur des Malers ist der berühmte Expressionist Emil Nolde, der in der Gegend lebte und mit Berufsverbot belegt war. Die Bühnenfassung stammt von Siegfried Lenz. In der Hauptrolle als Maler Nansen ist Max Volkert Martens zu sehen, den man aus Theater, Rundfunk, Kino und erfolgreichen Fernsehproduktionen wie „Tatort“, „Der Bulle von Tölz“ oder „Mord mit Aussicht“ kennt. In weiteren Rollen spielen Florian Stohr, Stefan Rehberg, Nicole Spiekermann und andere

Karten sind bei allen bekannten Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen, unter anderem die Verlagsbüros des WOCHENSPIEGELS und über die Tickethotline der Stadt Saarlouis (06831) 1689000 erhältlich.

red./eck

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