Ein schmuckes Kleinod wird 300 Jahre

Eine Jubiläumsfeier und einen Hubertusmarkt wird es jedoch 2020 nicht geben

JÄGERSBURG Zum zehnten Mal veranstaltete der Heimat-, Kultur- und Verkehrsverein Jägersburg in Kooperation mit dem Ortsrat, den Jägern der Region und einigen Vereinen und Privatpersonen letzten November einen Hubertusmarkt. In diesen Tagen stünden die ersten Vorbereitungen für den traditionsgemäß wieder am ersten Novemberwochenende terminierten Markt an.

Doch die Corona-Pandemie macht dem einen Strich durch die Rechnung: Alle Räume der Burg und die Kapelle können nicht genutzt werden, da hier die Abstandsvorgaben nicht einzuhalten sind. Und würde man das Geschehen nur auf den Außenbereich der Burg beschränken, könnten nicht zu kontrollierende Situationen entstehen.

Ausgerechnet beim elften Hubertusmarkt hätte man ein bedeutendes Jubiläum feiern können, denn die St. Hubertus geweihte Burgkapelle wurde 1720, also vor genau 300 Jahren fertiggestellt. Der aus Schweden stammende Architekt Jonas Erikson Sundahl hatte das sakrale Oktogon in der Nordost-Ecke des Burgberings im Auftrag des ebenfalls in Schweden geborenen Herzogs Gustav Samuel Leopold aus dem Hause Wittelsbach errichtet, nachdem dieser das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken geerbt hatte. Ein Jahr später war dann auch das Hauptgebäude fertig und die Burg, die zuvor Hansweiler geheißen hatte, wurde nach ihrem Erbauer in Gustavsburg umbenannt. Heute tagt im Erdgeschoss des Hauptgebäudes der Ortsrat und im Obergeschoss ist das Burg- und Schlossmuseum untergebracht, das wegen der Corona-Abstandsregelungen in diesem Jahr geschlossen ist.

An der Hubertuskapelle nagte jedoch der Zahn der Zeit, so dass sie 1979, als Jägersburg seine 700-Jahrfeier beging, nur noch als Ruine dastand. Eine Stiftung wurde ins Leben gerufen, um der Kapelle ihr ursprüngliches Aussehen wieder zurückzugeben. Bis zum Millennium war das geschafft und 2002 konnte die Stiftung wieder aufgelöst werden. Heute wird die schmucke Kapelle gerne als Ort für Ausstellungen und Vorträge genutzt und natürlich auch als Kulisse für Brautpaare, die in der Burg ihre Hochzeit feiern, was wegen Corona derzeit auch nicht möglich ist. red./dos

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