Ein phänomenales Gedächtnis

Frisch gebackene Verwaltungswirtin schließt als Pfalzbeste ab

ZWEIBRÜCKEN „Wir sind alle sehr, sehr stolz auf sie“, sagte Zweibrückens Oberbürgermeister Dr. Marold Wosnitza zu Mareike Böge. Die 27-jährige Pirmasenserin hatte nach dem besten Lehr-Abschluss 2013 nun auch pfalzweit die beste Prüfung zur Verwaltungsfachwirtin unter den 72 Teilnehmern abgelegt.

Zweimal hatte die ehrgeizige junge Frau trotz ihres Handicaps einer Sehbehinderung mit der Note 1,3 bravourös bestanden. Der Zweibrücker Verwaltungschef hatte für die offizielle Belobigungsrunde gemeinsam mit Dezernentin Christina Rauch und Amtsleiter Thomas Deller sowie Nathalia Jörg als Vertreterin des Personalrats nicht nur seinen Urlaubsantritt verschoben. Er öffnete auch eigenhändig die Sektflasche und schenkte ein.

„Wir haben es erwartet, denn was sie in den letzten Jahren hier geleistet haben, ist einfach phänomenal“, würdigte er neben ihrem weit überdurchschnittlichen Einsatz im Schulverwaltungsamt auch ihr Engagement im Personalrat und in der Schwerbehindertenvertretung. „Die Frau zitiert mich noch nach zwei Jahren wörtlich“, staunte er über ihr phänomenales Gedächtnis. Das kam ihr bei ihrer Fortbildung zu Gute, denn die A2-Laufbahn ist nach ihren Aussagen sehr rechtsorientiert und gesetzeslastig. „Wer keinen Spaß daran hat, Gesetzestextes zu lesen und auszulegen ist dort falsch“, berichtet sie von einem hilfreichen Rechtsverständnis und zählt ihre vielfältigen Lern- und Prüfungsfächer auf.

„Das hat sie alles so nebenbei gemacht und lieber noch die Sommerschule in diesem Corona-Jahr mit installiert, obwohl sie längst prüfungsfrei gehabt hätte“, lobt Thomas Deller. Bereits im letzten Sommer hat Mareike Böge ihre Prüfungsvorbereitung exakt geplant. Termine bei der Schulbuchausleihe, mit der sie unter anderem betraut ist, wurden vorgezogen, um ausreichend Freiraum zum Büffeln zu schaffen. Das Organisationstalent brauchte dann kurz vor der Prüfung noch einmal alle Nervenstärke, denn nachdem der Prüfungs-Laptop als Vorbereitung bis auf die Gesetzestexte bereits bereinigt war, crashte der Stic mit allen ihren Aufzeichnungen und Unterlagen. Ein Pirmasenser Spezialist rettete in letzter Minute Vorbereitungsdaten und damit die Prüfung.

„Ich bin immer vorher nervös. In der Prüfung kann ich gut mein Wissen abrufen“, freute sich die frisch gebackene Verwaltungsfachwirtin. Während eines Schulpraktikums hatte sie sich für eine Verwaltungslaufbahn entschieden und nach ihrem Abitur am Pirmasenser Emanuel-Kant-Gymnasium die dreijährige Ausbildung bei der Stadtverwaltung Zweibrücken begonnen. Ein Start-Ziel-Sieg, denn hier überzeugte sie auf Anhieb bei ihrem allerersten Vorstellungsgespräch.

Ein Stipendium der Trierer Aufsichtsbehörde ADD ermöglichte ihr nach der Ausbilder-Eignungsprüfung 2017 die Fortbildung früher, als allgemein üblich. „Jetzt kann ich auch wieder mit Freunden etwas unternehmen“, freut sie sich über das Ende der intensiven Lernzeit. Und sie hat wieder mehr Luft, um Auszubildenden bei der Stadtverwaltung Nachhilfeunterricht zu geben. „Das ist noch lange nicht das Ende, das ist erst der Anfang und ich weiß nicht, wo dich das noch hinführen wird“, prophezeite ihr Thomas Deller beste Karrierechancen.

Mareike Böge selbst, die sich in dem fröhlichen Team im Schulverwaltungsamt sehr wohl fühlt, will auf jeden Fall weiterhin Kundenkontakt behalten. „Ich habe genug Prüfungen absolviert“, kann sich die junge Frau auch einen Wechsel in die Prüfungskommission oder gar in die Ausbildung angehender Verwaltungsfachwirte vorstellen.cvw

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