Ein Herz für Wildbienen im Naturpark

Nisthilfen und Nahrungsgrundlagen können zur Vielfalt in der faszinierenden Landschaft beitragen

Hochwald. In den vielfältigen Lebensräumen des Naturparks Saar-Hunsrück leben neben der Honigbiene mehrere hundert Wildbienenarten. Sie können sehr unterschiedlich aussehen, einige Arten sind nur so groß wie ein Traubenkern. Jetzt im Frühling will das Naturpark-Team einen Einblick in die faszinierende Welt der Wildbienen geben und zum Bau von Nisthilfen anregen. Infos gibt‘ in der Naturpark-Geschäftsstelle in Hermeskeil, Tel. (0 65 03) 9 21 40 und info@naturpark.org.

Sehr auffällig sind die bekanntesten Wildbienen – die Hummeln. Manche Bienen sind pelzig behaart, andere fast kahl. Einige Arten sind bunt, andere schwarz oder braun. Dreiviertel der Wildbienen nisten im Boden. Sie benötigen ganz spezielle Bedingungen hinsichtlich der Bodenart, Korngröße, Bindigkeit, Feuchte, Verdichtung und Bewuchs.

Die Frühlings-Seidenbiene nistet gerne in Sand. Die Efeu-Seidenbiene ist oft in Sandkästen der Kindergärten anzutreffen oder die Garten-Blattschneiderbiene nutzt Blumentöpfe für ihre Behausung. Einige Bienenarten nisten in leeren Schneckengehäusen. Einige beziehen ihre selbstgenagten Nester im Mark hohler, dürrer Pflanzenstängel. Gerne werden auch vorhandene Hohlräume wie Käferfraßgänge in Totholz genutzt. Solche Arten nehmen auch die zunehmend beliebten „Wildbienenhäuser“ an.

Ein großer Teil der Blütenpflanzen ist gerade auf die Bestäubung durch Wildbienen angewiesen und einige Pflanzenarten können sogar nur durch bestimmte Wildbienenarten bestäubt werden. Daher nehmen die Wildbienen eine Schlüsselposition im Naturhaushalt ein. Sie ermöglichen erst die Entwicklung zahlreicher Obst, Gemüse und Ölpflanzen.

In der intensiv genutzten Kulturlandschaft finden Bienen vielerorts jedoch nicht mehr genügend Nahrung und Nistmöglichkeiten. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, den eigenen Garten oder den Balkon in ein Bienenparadies zu verwandeln. Wichtig ist, die ein oder andere wilde Ecke in Form von Holzstapeln, Sandhaufen, Gemäuer und offener Bodenfläche zu schaffen.

„Lassen sie einmal einige der Wildkräuter wie Distel oder Taubnessel im Garten stehen. Sie werden staunen, wie viele Gäste sich darauf einfinden“, rät das Naturpark-Team.

Neben einem vielfältigen Nahrungsangebot können Wildbienenarten durch Nisthilfen gezielt gefördert werden. Für den Schutz der Wildbienen sind sind Nahrungsgrundlage, einheimisches Pflanzengut, mehrjährige Stauden, Wildnis im Garten, Wiesenflächen, die erst nach der Blüte gemäht werden, red./am

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