Ein digitaler Hausbewohner

Zweibrücker Projekt „Digitale Nachbarn – Ixem deheem“ reif für ganz Rheinland-Pfalz

ZWEIBRÜCKEN Das Projekt „Digitale Nachbarn – Ixem deheem“ ist vor mehr als einem Jahr an den Start gegangen und begeistert aktuell elf Einwohner in den Breitwiesen. Das interessante an dem Projekt ist das Alter der Teilnehmer, das zwischen 68 und 88 Jahren liegt.

Angestoßen wurde das Projekt von der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, dem Frauenhofer IESE aus Kaiserslautern und dem DRK Kreisverband Südwestpfalz. Bei schönem Wetter wurde nun ein Zwischenergebnis präsentiert. Der digitale Sprachassistent Alexa, so groß wie ein kleines Kofferradio, hat einen kleinen Bildschirm, ein Mikrofon und natürlich einen Lautsprecher. Wo anfangs Skepsis herrschte steht nun große Begeisterung. Im Interview mit Leona Kaufmann, der Leiterin des DRK-Quartierstreffes Breitwiesen, berichteten die Probanden mit sichtlich großer Freude von ihren Erfahrungen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig und werden auch genauso genutzt. Die Erinnerungsfunktion wird beispielsweise genutzt für Tabletten, zum Schließen der Fenster und den Einkaufszettel. Doch am wichtigsten ist allen die Möglichkeit der Videotelefonie. Es sei doch etwas anderes, wenn man den Gesprächspartner tatsächlich sieht. Manche nutzen den digitalen Hausbewohner auch als Gesangsunterstützung und singen gemeinsam Lieblingssongs.

So manche Story über den täglichen Umgang mit Alexa brachte den Gästen, darunter auch Staatssekretärin Nicole Steingaß aus dem Innenministerium, ein großes Lachen ins Gesicht. Auch Oberbürgermeister Dr. Marold Wosnitza und Rainer Zementz, Vorstand der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, waren von dem Zwischenbericht sichtlich begeistert. Auch nach Ablauf des Projektes dürfen die Geräte im Besitz der Probanden bleiben.

Sehr positiv fiel auch das Ergebnis des IESE aus, welche das Projekt aus wissenschaftlicher Sicht begleitet. Gerade der Aspekt, digitale Endgeräte würden zur Verringerung der sozialen Kontakte führen, wurde hier deutlich widerlegt. Manche Probanden kamen in dem bisherigen Verlauf von September 2019 bis Juli auf sagenhaft 5000 Aufrufe. Das sind im Schnitt etwa 16 Aufrufe pro Tag. Also eine sehr starke und vielseitige Kommunikationsmöglichkeit – auch für ältere Mitmenschen. red./dos

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