Ein Baum für jeden

Baumpflanzaktion an der GGS Neunkirchen

Neunkirchen. Der altbekannte Spruch „Wir ernten, was wir säen“ wird in abgewandelter Form an der Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen (GGS NK) gelebt. Hier gilt nämlich „Wir ernten, was wir pflanzen“, wie Schulleiter Clemens Wilhelm zu berichten weiß.

Denn die Schule, zertifiziert als Schule der Nachhaltigkeit, hat sich zum Ziel gesetzt, dass jeder Schüler und jede Schülerin einen eigenen Baum pflanzen darf. Für dieses Projekt arbeitet die Schule der Nachhaltigkeit eng mit dem Saarforst und Revierförster Brill zusammen.

Angelegt ist diese Aktion als Whole School Approach, also eine Aktion, die die ganze Schule mit einbezieht, wie Simon Tritz, Klassenlehrer der Waldklasse 6e, erzählt. Denn die Idee hinter der Aktion ist, dass alle Schüler noch im Laufe des Schuljahres einen Baum pflanzen, diesen mit einer Wuchshilfe versehen und personalisierte Baumscheiben an ihre Bäume hängen. So trägt jedes Bäumchen den Namen des Kindes oder des Jugendlichen, welches bzw. welcher es gepflanzt hat.

Elias Hemmer, Schüler der Waldklasse 6e, zeigt sich besonders begeistert: „Ich finde es toll, in den Wald zu wandern und meinen eigenen Baum pflanzen zu dürfen. Ich bin schon gespannt, wie groß er nächstes Jahr sein wird.“

Zum Pflanzort in der Nähe des Schulwaldes im Neunkircher Kasbruch kommen die jungen Umwelthelden ganz klimaneutral zu Fuß. Begleitet werden sie von Lehrkräften und pädagogischem Personal der Schule. Am Pflanzort angekommen werden Stieleichen, Winterlinden und Hainbuchen eingepflanzt, nachdem die Pflanzlöcher ausgehoben wurden. Alle Arbeiten verrichten die Kinder und Jugendlichen unter Anleitung der Aufsichtspersonen selbst.

Schon 400 Bäume gepflanzt

Obwohl die Aktion aktuell vom Pandemiegeschehen stark beeinträchtigt wird, konnten schon knapp 400 Bäume gepflanzt werden, worauf Schulleiter Clemens Wilhelm mächtig stolz ist: „Im November und Dezember, als die Zahlen zu steigen begannen, haben wir es geschafft, Corona-konform diese große Zahl an Bäumen zu pflanzen. Ich bin stolz auf die Multiprofessionalität meiner Schule, denn die Lehrkräfte, die Schulsozialarbeit, die FÖJler (junge Menschen, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr ableisten), unsere Künstlerin Stephanie Laub sowie die Schülerinnen und Schüler arbeiten trotz widriger Bedingungen bei diesem Vorzeigeprojekt vorbildlich zusammen.“

Aktuell wird die Aktion im Zuge der Angebote durch die Notbetreuung der Schule weitergeführt. Wilhelm sehnt nicht nur wegen der Baumpflanzaktion einem Ende der Schulschließungen entgegen und hofft, noch im Frühjahr in der Pflanzperiode das Projekt zum Abschluss zu bringen.

Der Spruch, „Wir ernten, was wir pflanzen“ wird sich im Sinne der Nachhaltigkeit erst in ein paar Jahren so richtig bewahrheiten, wenn die Bäume gewachsen, CO2 gebunden und frischen Sauerstoff produziert haben und die aufgeforsteten Waldareale als intakte Waldlandschaft erscheinen lassen, wo Schüler gemeinsam mit ihren Eltern, Großeltern und Freunden sowie Wanderer und Spaziergänger Ruhe, vitale Natur und gesunde Luft genießen können.red./eck

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