Ehrenbürgerwürde für Manfred Kirchheimer

Saarbrücker Stadtrat würdigt den in Saarbrücken geborenen Regisseur

SAARBRÜCKEN Auf Initiative der SPD-Stadtverordneten Britta Blau und auf Vorschlag der SPD-Fraktion im Stadtrat hin hat der Rat beschlossen, dem Regisseur Manfred Kirchheimer die Ehrenbürgerwürde der Landeshauptstadt zu verleihen.

Der am 2. März 1931 in Saarbrücken geborene Kirchheimer gehört neben Max Ophüls und Wolfgang Staudte zu den bekanntesten in Saarbrücken geborenen Regisseuren. Im Zuge der Judenverfolgung im Dritten Reich emigrierte die Familie 1936 nach New York, wo Kirchheimer studierte und schließlich als Regisseur, Kameramann, Cutter und Dozent tätig war.

Seine Werke setzen sich mit großen gesellschaftlichen Themen wie dem Überleben im Krieg, dem Leben in der Großstadt und der Zerstörung der Natur auseinander, beobachten aber auch kritisch die amerikanische Geschichte und den Umgang mit der afro-amerikanischen Protestbewegung.

Blau betonte in ihrer Rede, dass Kirchheimer trotz seiner Emigration seit langem ein enges Verhältnis zu seiner Heimatstadt pflege: „Obwohl das Zentrum seines Schaffens in den USA liegt, ist Kirchheimer immer wieder nach Saarbrücken gekommen. Vor allem das Max-Ophüls-Festival, das er seit 1987 regelmäßig besucht, liegt ihm sehr am Herzen. Er war es schließlich auch, der dafür sorgte, dass Dokumentar- und Kurzfilme ein fester Bestandteil des Festivals wurden.“

Für sein Engagement erhielt Kirchheimer 2003 den „Filmhaus Ehrenaward“ und 2005 die Ehrenplakette der Stadt Saarbrücken.

Blau sieht in der Auszeichnung Kirchheimers als Ehrenbürger mehr als nur die Würdigung seiner künstlerischen Arbeit: „Die Themen seiner Filme sind aktueller denn je und zugleich auch Visionen einer besseren Welt – einer Welt, die wir menschlicher, umweltfreundlicher und solidarischer gestalten können und müssen. In diesem Sinne ist die Auszeichnung Kirchheimers auch ein klares Zeichen gegen den wachsenden Anti-Semitismus.“

Kirchheimer ist der fünfte Ehrenbürger Saarbrückens. Neben dem Widerstandskämpfer Willi Graf und dem Politiker Max Braun, denen die Ehrung posthum zuteil wurde, sind als lebende Personen auch der in Saarbrücken geborene israelische Komponist Tzvi Avni und der Saarbrücker Informatiker und ehemalige DFKI-Direktor Wolfgang Wahlster mit dieser besonderen Ehrung gewürdigt worden.red./tt

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