„Ehrenbürgerschaft posthum“ verliehen

Gemeinde Schiffweiler vergibt erstmals eine solche Auszeichnung und würdigt damit Walter Bernstein

Schiffweiler. Nachdem Ende Januar das Walter-Bernstein-Jahr mit einem vier mal sechs Meter großen Banner an der Parkstraße/Ecke Rathausstraße eingeleitet wurde, folgte nun der nächste Programmpunkt dieses besonderen Jahres. Bei einem Festakt zu Walter Bernsteins 40. Todestag hat Bürgermeister Markus Fuchs im Namen der Gemeinde dem Künstler die „Ehrenbürgerschaft posthum“ verliehen und dessen Nichte offiziell die Urkunde überreicht. Auf Vorschlag der Walter-Bernstein-Stiftung wurde im Januar diese Entscheidung im Gemeinderat beschlossen. Für Schiffweiler ist die „Ehrenbürgerschaft posthum“ die erste Auszeichnung dieser Art in der Gesamtgemeinde.

„Durch seine großartigen Werke hat er nicht nur die Schiffweiler Industriegeschichte verewigt, sondern auch die Identität der Gemeinde eingefangen. Dafür wird ihm die höchste von einer Kommune zu verleihende Auszeichnung für eine Persönlichkeit zuerkannt. Mit diesem symbolischen Akt ehrt die Gemeinde Schiffweiler ihren ehemaligen Bürger Walter Bernstein in besonderem Maße“, begründete Bürgermeister Markus Fuchs die Entscheidung.

„Als Bürgermeister der Gemeinde Schiffweiler und 2. Vorsitzender der Förderstiftung bin ich erfreut, dass Walter Bernstein ein eigenes Ehren- und Gedenkjahr gewidmet ist. Mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft konnten wir einen Teil dazu beitragen, diesen besonderen Maler in angemessener Weise zu ehren“, so Fuchs.

Dem schloss sich Roman Uwer, 1. Vorsitzender der Walter-Bernstein-Stiftung an: „Walter Bernstein ist ein ,Kulturgut‘ und ,Alleinstellungsmerkmal‘ für die Gemeinde Schiffweiler und den Landkreis Neunkirchen.“

Die Programmplanung für 2021 sieht noch folgende Meilensteine vor: 17. Mai, Eröffnung Ausstellung von Walter Bernstein und Veronika Müller im Rechtsschutzsaal Bildstock; 14. bis 20. Juni, Festwoche zum 120. Geburtstag; im Herbst, Ausstellung im Büro des Saarlandes in Paris.

Walter Bernstein wurde 1901 im Zentrum Neunkirchens, der Hüttenbergstraße, geboren. Zuerst schloss er seine Schulzeit und zwei handwerkliche Ausbildungen ab, bevor er schließlich zu seiner Berufung fand: Der Malerei. Nach seinen Studien in Nürnberg sowie Berlin und der Zeit als Soldat im Zweiten Weltkrieg kehrte er ins Saarland zurück und wurde fester Bestandteil der saarländischen Kunstszene. Insbesondere zahlreiche Wandbilder in Kirchen und Schulen sowie die Darstellung der saarländischen Industrie prägten seine Werke. Walter Bernstein lebte und wirkte in Schiffweiler. red./hr

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