Ehrenamtliche für den „Teekessel“

Völklinger Tageszentrum für psychisch Kranke bietet Einsatzmöglichkeiten

VÖLKLINGEN Das Völklinger Tageszentrum für psychisch kranke Menschen bietet Freiwilligen viele Einsatzmöglichkeiten

„Zusammen ist man weniger allein“ lautet das Motto des Tageszentrums Teekessel in Völklingen. In der Einrichtung des AWO-Landesverbandes in der Hofstattstraße treffen sich Menschen, die unter seelischen Belastungen oder einer psychischen Erkrankung leiden.

Dort erhalten die Besucher eine verlässliche Tagesstruktur, Gelegenheit zum Austausch und auch Beratung und Hilfe bei der Bewältigung des Alltags. Unterstützt werden die fünf hauptamtlichen Mitarbeiter von ehrenamtlichen Kräften.

Rund 30 Klienten besuchen den Teekessel fast täglich. Aber: „Gleich drei unserer ehrenamtlichen Helfer ziehen in diesem Jahr noch aus der näheren Umgebung weg und fallen somit aus“, bedauert Ute Molter, die Leiterin des Teekessels.

Hildegard Schulz-Jungmann beispielsweise macht seit fast zehn Jahren Sportangebote für die Teekessel-Besucher. Angesprochen hat die Karatetrainerin damals die Idee, durch sanfte Bewegung psychische Veränderungen hervorzurufen.

Einmal wöchentlich macht sie seither die Teekessel-Besucher fit an Körper, Geist und Seele. Im Sommer mit Nordic-Walking in der Natur, im Winter in der Halle mit einer Kombination aus der sanften Kampfsportvariation Jukuren, TaiChi-Elementen und Koordinationsübungen. Leider aber nur noch bis Ende des Jahres, dann wird sie ins nördliche Saarland ziehen.

„Die Arbeit im Teekessel hat mir viel Freude gemacht. Und ich habe einiges dazugelernt“, sagt die Ehrenamtliche.

Viele Freiwillige haben ihr berufliches Wissen eingebracht. So auch Ergotherapeut Rainer Zimmer und Ehefrau Ursula, die als gelernte Kosmetikerin die Teekessel-Besucher ehrenamtlich verwöhnt hat und auch Schminktipps weitergegeben hat. Rainer Zimmer hatte vor seiner Pensionierung einig Teekessel-Klienten beruflich betreut und ist danach mehr als fünf Jahre als freiwilliger Helfer dabeigeblieben.

Rainer Zimmer hat das sehr gerne getan. „Ich kannte die Menschen dort, und der Teekessel war mir ans Herz gewachsen. Es gibt so viele, denen es im Leben nicht so gut geht wie mir, da wollte ich einfach etwas zurückgeben. Und ich wollte auch in einer Zeit, die viel von Egoismus geprägt ist, ein Zeichen setzen, dass es auch anders geht“.

Um den Weggang zu kompensieren, würde Ute Molter sich freuen, wenn sich neue und zusätzliche Freiwillige zum Mitmachen bereitfänden. Berührungsängste mit den Teekessel-Klienten brauche niemand zu haben. „Wir bieten unseren Ehrenamtlichen jede denkbare Unterstützung und Supervision“. Singen, Musizieren, kreativ sein, Theater spielen, gemeinsam Lesen oder aktuelle Themen in kleiner Runde diskutieren – wer sich engagieren möchte, kann durchaus seine eigenen Ideen mitbringen. Platz genug ist im Teekessel mit seinen Gruppen- und Kreativräumen.

„Wir freuen uns aber auch über Menschen, die einfach nur kommen und mit unseren Klienten Brettspiele spielen oder sich einfach nur unterhalten wollen“, betont Molter. „Und wir freuen uns auch über jüngere Leute, die sich bei uns engagieren, denn wir möchten in der Zukunft vermehrt jüngere Betroffene ansprechen.“

Info: „Teekessel“, Hofstattstraße 85, Völklingen; Tel. 06898 – 2 48 25. red./am

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