Duftende Kräuter für die Senioren

Gemeinsames Projekt des AWO-Altenheims und der Berufsbildenden Schule

ZWEIBRÜCKEN Im AWO-Altenheim gegenüber des Rosengartens können sich die Senioren jetzt das ganze Jahr über mit frischen Küchenkräutern beschäftigen. In einem gemeinsamen Projekt mit der Berufsbildenden Schule Zweibrücken entstanden vier Hochbeete und ein kleiner Raumteiler, die alle mit duftenden Kräutern bepflanzt sind.

„Sie sind so gebaut, dass ein Rollstuhl darunter passt, das gibt es nirgendwo fertig zu kaufen“, freut sich AWO-Leiterin Andrea Schantz. Da die AWO selbst frisch kocht, werden die Kräuter auch in der eigenen Küche verwendet. Die Generationen übergreifende Kooperation hat Tradition. An diesem neuesten Projekt waren 13 Schüler der Klasse BVJ18b beteiligt. Durch die praktische Arbeit lernen die jungen Menschen, die bislang ohne Bildungsabschluss sind, in ihrem Berufsvorbereitungsjahr für‘s Leben und erhöhen so die Chancen auf einen Ausbildungsplatz. „Außerdem tun wir etwas Gutes“, erklärten sie nach der öffentlichen Präsentation.

Auch diese im Deutschunterricht erarbeitete Vorgangsbeschreibung war Teil des Fächer übergreifenden Projekts. In Mathematik wurden die Flächen und der Materialbedarf berechnet. Die Schüler haben beim Einkaufen im Baumarkt zum Beispiel den Unterschied zwischen Stück- und Meterpreis kennen gelernt und die Kosten selbst ausgerechnet. Bei der Ausführung standen neben zahlreichen Techniken und der vielfältigen Arbeit mit verschiedensten Materialien und unterschiedlichen Maschinen inklusive Sicherheitsvorkehrungen vor allem auch die Projekt-Organisation und die Zusammenarbeit im Team im Mittelpunkt.

Nicht nur die Schüler unterschiedlicher Schulen fanden damit als Gruppe zusammen. Durch die Praxis konnten auch die sechs Schüler mit Migrationshintergrund leicht ihre Stärken einbringen. Für alle galt: Sie fanden ihre Stärken heraus und Aufgaben, die ihnen Freude bereiten. „Erfolgserlebnisse, die zu mehr Selbstbewusstsein und einem gestärkten Selbstwertgefühl führen und einfach ein gutes Gefühl geben“, standen für Projektleiter Oliver Bentler im Mittelpunkt.

„Es hat Spaß gemacht. Ich habe viel Neues gelernt“, freute sich Nagab Aldywb. Der 16-jährige Syrer hatte zum ersten Mal handwerklich gearbeitet. „Zuschneiden fand ich schwierig, aber Zusammenschrauben ist genau mein Ding“, erkannte der 15-jährige Nico Lutter aus Einöd. „Nicht nur in der Theorie etwas lernen, sondern es über die angewandte Handlung verinnerlichen und ein Leben lang behalten“, sehen die Lehrer als großen Fortschritt in der Projektarbeit.

„Gelernte Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Menschlichkeit und Realität in der Schule für‘s Leben … mit Kopf, viel Herz und vor allem mit Hand“, beschrieb Eva Altpeter, Leiterin der Abteilung Gesundheit und Sozialwesen an der BBS.

Das Team des AWO-Altenheims und die Bewohner waren ganz begeistert von den duftenden Hochbeeten. Für die Schüler war es eine „schöne Erfahrung, etwas Gutes zu tun“.cvw

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