„Diversion in Homburg und St. Ingbert“

Saarländische Justiz übergibt Zuwendungsbescheid an Sanktionsalternative

HOMBURG Vor kurzem informierte sich der Staatssekretär der Justiz Roland Theis im Haus der Begegnung der Arbeiterwohlfahrt in Homburg über das Projekt „Diversion in Homburg und St. Ingbert“. Das Sozialpädagogische Netzwerk (SPN) der AWO Saarland betreut in diesem Projekt strafrechtlich in Erscheinung getretene Jugendliche und Heranwachsende, die durch jugendgerichtliche Auflagen oder Weisungen als alternative Sanktionsform dem Träger zugewiesen werden. Das Jugendstrafrecht sieht unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. dass der Beschuldigte geständig ist) vor, dass sogenannte Diversionen („Umleitung“) angeordnet werden und die Verfahren damit vorzeitig beendet werden (§§ 45, 47 JGG). Dies können sozialpädagogische Maßnahmen oder die Durchführung eines Täter-Opfer- Ausgleichs sein.

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352,83 Euro als Förderbetrag

Solche Sanktionsalternativen sind als mildere Mittel vorrangig gegenüber der Jugendstrafe (Freiheitsentzug von mindestens sechs Monaten) anzuwenden. Die beiden Direktoren des Sozialpädagogischen Netzwerks, Birgit Luhmann und Salvatore Frasca, führen zum dem Projekt aus: „In diesem sensiblen Bereich in der Arbeit mit immer jüngeren Menschen geht es darum, mit diesen in Beziehung zu gehen, um eine wegweisende Kurskorrektur einzuleiten. Das funktioniert nur durch Bestärkung in ihren Ressourcen und einer klaren Sprache, die ein Nachdenken über das Delikt ermöglicht.“ Justizstaatssekretär Roland Theis: „Das Jugendstrafrecht ist geprägt von dem Erziehungs- und Präventionsgedanken. In diesem Sinne spielen Sanktionsalternativen eine wichtige Rolle im Jugendstrafrecht. Die Verhängung von Freiheitsstrafen sollten dabei stets das letzte Mittel sein. Das Projekt ‚Diversion in Homburg und St. Ingbert‘ leistet einen wertvollen Beitrag, um straffällig gewordene Jugendliche eine straffreie Perspektive aufzuzeigen.“ Das Justizministerium fördert das Projekt „„Diversion in Homburg und St. Ingbert“ im Jahr 2020 mit 56.352,83 Euro. Den symbolischen Scheck überreichte Staatssekretär Roland Theis an die beiden Direktoren des Sozialpädagogischen Netzwerks sowie Christina Becker, Teamleiterin des Projekts. Zusätzlich erhält das Projekt Zuweisungen aus dem Sammelfonds der Staatsanwaltschaft. red./jj

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