Digitale Möglichkeiten gegen die Einsamkeit

Seniorenbeirat Saarbrücken will unterstützen und praktische Hilfe vermitteln

Saarbrücken. Corona hat viele Menschen im Saarland getroffen. Besonders ältere Menschen leiden an Einsamkeit, was zu Krankheiten führen kann. Einsamkeit schwächt die gesamte Gesellschaft. Städte und Gemeinden haben die Aufgabe, das soziale, gesundheitliche, kulturelle und wirtschaftliche Wohl ihrer Einwohner zu fördern.

Netzwerke guter Nachbarschaft an 14 Standorten in der Stadt

Die Landeshauptstadt Saarbrücken hat für ihre Senioren durch ihre Bezirksräte eine Anzahl von interessanten Veranstaltungen organisiert. Der Seniorenbeirat Saarbrücken, so sein Vorsitzender Lothar Arnold, hat in enger Zusammenarbeit mit den 14 in der Stadt vorhandenen „Netzwerken gute Nachbarschaft“ viele Menschen angesprochen, sich zu engagieren und aktiv einzubringen.

Der Regionalverband Saarbrücken unterstützt das ehrenamtliche Engagement in der Arbeit mit Senioren, um so in allen Städten und Gemeinden ein Netzwerk von ehrenamtlich Tätigen aufzubauen als Form der Selbsthilfe „Senioren/innen helfen Senioren/innen“, aber auch als Erweiterung der Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe von älteren Menschen.

In der Zeit dieser Krise sind Präsenzangebote der Landeshauptstadt sowie des Seniorenbeirates nicht mehr möglich und es müssen Alternativen gefunden werden, um die Menschen aus ihrer Einsamkeit heraus zu holen.

Diese Herausforderungen sind nicht allein durch staatliche Versorgungsleistungen zu bewältigen. Es ist notwendig, nach einem sinnvollen und konstruktiven Verhältnis von öffentlicher, zivilgesellschaftlicher und privater Verantwortung und Gestaltung zu suchen, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen.

Digitale Kommunikation

für sich entdecken

Viele ältere Menschen haben gerade in der Zeit der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen erkannt, welche Möglichkeiten die digitale Kommunikation und Informationstechnologie ihnen bietet und damit auch die Absicht bekundet, dies stärker als bisher für sich zu nutzen. Videotelefonate mit der Familie, digitale Nachbarschaftsplattformen zur gegenseitigen Hilfe und Unterstützung sind weit verbreitet. Die Voraussetzungen für die digitale Teilhabe sind jedoch nicht überall gegeben. Oft fehlt es am nötigen Wissen, an Anleitung und auch am Geld. Daher will sich der Seniorenbeirat der Landeshauptstadt verstärkt mit diesen Fragen beschäftigen

Nach einer Befragung im Rahmen des Masterplans „Aktives Alter und gesellschaftliche Teilhabe“ durch das Institut für Demoskopie, Allensbach, über die Einstellungen älterer Menschen wurde festgestellt, dass 28 Prozent der 60- bis 85-Jährigen im Saarland ein Handy ohne Internet und 32 Prozent ein Tablet haben. 58 Prozent besitzen einen Computer und 61 ein Handy mit Internet.

Wie hierzu Rüdiger Blies, Netzwerk Gute Nachbarschaft Unterer Rotenbühl, ausführt, treffen sich die Netzwerker alternativ im Rahmen einer Videokonferenz. Wenn hieran Interesse

besteht, dazu evtl. auch Hilfe benötigt wird oder Fragen anstehen, wird den Senioren gerne geholfen. Junge Studierende stehen hierfür zur Verfügung.

Aus Erfahrungen beim ersten Lockdown weiß man, dass viele die Angebote für sich nicht angenommen haben, da sie nicht zugeben wollten, dass sie einsam sind. Wie Lothar Arnold weiter feststellt, sei daher wichtig, entsprechende Informationen weiterzugeben, damit möglichst viele Menschen erreicht werden.

Ansprechpartner

– Seniorenbeirat der Stadt Saarbrücken, Tel. (06 81) 5 76 53,

E-Mail: seniorenbeirat@saarbruecken.de;

– Bianka Mohr-Fritz, Tel. (0681) 905-33 26, E-Mail:Bianka.Mohr-Fritz@saarbruecken.de;

– Rüdiger Blies, Tel. (0176) 61 47 54 84, E-Mail: ruediger.blies@t-online.de.red./tt

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